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		<title>WIdO News</title>
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		<description>Aktuelle Meldungen des WIdO</description>
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			<title>WIdO News</title>
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		<lastBuildDate>Tue, 15 May 2012 17:24:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>GGW 2/12: Wer ist verantwortlich für eine gesunde Gesellschaft?</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M58d4b82f497.html</link>
			<description>Obwohl Gesundheitsförderung mittlerweile als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt ist, sei vor...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Obwohl Gesundheitsförderung mittlerweile als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt ist, sei vor allem der Bereich der Primärprävention durch unkoordinierte, zum Teil sogar konkurrierende Angebote der verschiedenen Akteure geprägt, meint Thomas Altgeld. Zusätzlich verhinderten oftmals befristete Förderstrategien, dass erfolgreiche Projekte dauerhaft verankert werden. Der Autor fordert, die „Zielgruppen“ bereits zu einem früheren Zeitpunkt an den Aktivitäten zu beteiligen und die Präventionsstrategien insgesamt besser zu koordinieren. Genau diese Aufgabe hat sich der Kooperationsverbund „gesundheitsziele.de“ auf die Fahnen geschrieben. Über seine Erfolge, die die Öffentlichkeit weitgehend (noch) nicht wahrnimmt, und strukturellen Hürden berichtet Rainer Hess.

Die Gesundheit einer Bevölkerung hängt nicht nur von ihrer medizinischen Versorgung ab, sagt Stefan Huster. Epidemiologisch sei viel wichtiger, dass eine Krankheit selten und spät auftrete. Gesundheitsrelevante Faktoren seien unter anderen auch Umwelt-, Wohn- und Arbeitsbedingungen sowie die individuelle Lebensführung. Gesundheitspolitik dürfe daher nicht als isoliertes Politikfeld verstanden werden. Auch das hören wir nicht zum ersten Mal. Wann wird’s geändert?]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 15 May 2012 17:24:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Arzneimittelklassifikation 2012 für den deutschen Arzneimittelmarkt erschienen</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M51a17c8bd1d.html</link>
			<description>Berlin. Der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) hat die aktuelle...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Berlin. Der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) hat die aktuelle Klassifikation der deutschen Arzneimittel mit Tagesdosen für 2012 veröffentlicht. Die Systematik ermöglicht Experten aus Wissenschaft und Praxis herauszufinden, welche Arzneimittel mit welchen Wirkstoffen in welchen Mengen verbraucht wurden und damit zentrale Fragen der Arzneimittelverbrauchsforschung zu beantworten.</b>
<b></b>
Das umfassende Klassifikationssystem basiert auf dem international geltenden anatomisch-therapeutisch-chemischen (ATC) System der Weltgesundheitsorganisa¬tion (WHO) und wurde speziell an die Situation des deutschen Arzneimittelmarktes angepasst und erweitert. Seit nunmehr elf Jahren wird die Systematik einschließlich der vollständigen Methodik der ATC-Klassifikation und DDD-Festlegung jährlich veröffentlicht und hat sich in der Fachwelt als methodischer „Goldstandard“ bei der Durchführung von Arzneimittelanalysen und in der Arzneimittelverbrauchsforschung etabliert. Basierend auf dieser Klassifikation kann ermittelt werden, dass die Ärzte jedes Jahr ca. 2.500 verschiedene Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen verordnen. Zu den Nutzern zählen beispielsweise die GKV-Arzneimittelschnellinformation (GAmSI), die Ärzten Informationen über ihr Verordnungsverhalten zur Verfügung stellt. Seit 2009 dient die Klassifikation auch zur Identifikation erkrankter Versicherter im Rahmen des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs. Die Klassifikation wird außerdem – wie bereits seit sieben Jahren – unter Einbindung von Krankenkassen, Ärzten und Pharmaindustrie im Rahmen der Arbeitsgruppe ATC/DDD vom Bundesministerium für Gesundheit zum 1. Januar 2013 für amtlich erklärt.

Seit 1981 analysiert der GKV-Arzneimittelindex im WIdO den deutschen Arzneimittelmarkt. Ziel ist eine verbesserte Anwendungs- und Markttransparenz. Erst die eindeutige Zuordnung von Arzneimitteln mithilfe der ATC-Systematik und die Messung der verordneten Arzneimittelmenge mithilfe definierter Tagesdosen (defined daily doses, DDD) ermöglicht eine tiefergehende und reproduzierbare Analyse der Verordnungsdaten in Deutschland.

Hierfür stellt die aktuelle Klassifikation Kategorien für mehr als 7.000 Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen auf fünf verschiedenen anatomischen, therapeutischen und chemischen Ebenen sowie die zugehörigen Tagesdosen (DDD) als Maßeinheit zur Verbrauchsmessung zur Verfügung. 

Die ATC-Systematik des GKV-Arzneimittelindex bindet sowohl die aktuelle internationale Systematik als auch nationale Anpassungen für Deutschland ein und bildet damit den gegenwärtigen Arzneimittelmarkt in Deutschland umfassend ab. Die vollständige Publikation des ATC-Index mit DDD-Angaben einschließlich der Methodik der ATC/DDD-Klassifikation ist ab sofort auf der Website des WIdO kostenfrei als Download abrufbar (<link http://wido.de/arz_ atcddd-klassifi.html _blank external-link-new-window>http://wido.de/arz_ atcddd-klassifi.html</link>).

Hier steht ebenfalls die seit 1. Januar 2012 gültige amtliche Fassung des ATC-Index mit DDD-Angaben für Deutschland zur Verfügung, die die Verwendung der ATC-Systematik auch für gesetzliche Aufgaben wie beispielsweise Preisvergleiche (§ 73 Abs. 8 SGB V) ermöglicht (<link http://wido.de/amtl_atc-code.html _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">http://wido.de/amtl_atc-code.html</link>). Je nach Verwendungskontext kann der Anwender entweder die aktuelle Klassifikation des GKV-Arzneimittelindex oder für gesetzliche Aufgaben die amtliche deutsche Fassung mit Stand Januar 2012 nutzen.

<i>Uwe Fricke, Judith Günther, Anette Zawinell, Rana Zeidan. Anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikation mit Tagesdosen für den deutschen Arzneimittelmarkt. Methodik der ATC-Klassifikation und DDD-Festlegung. ATC-Index mit DDD-Angaben. Stand April 2012, Berlin 2012</i>

<b>Pressekontakt:&nbsp;<br /></b>Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)<br />Rana Zeidan<br />Tel.: 030 34646-2393<br />Fax: 030 34646-2144<br />E-Mail: <link mailto:ai@wido.bv.aok.de>ai@wido.bv.aok.de</link>&nbsp;

Pressemitteilung downloaden <link fileadmin/wido/downloads/pdf_pressemitteilungen/wido_arz_pm-atc-index_gkvai_0512.pdf - download "Initiates file download">&gt;&gt;&gt;</link>
]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 02 May 2012 13:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Arzneimitteltherapie im Alter</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5623f1c157b.html</link>
			<description>Ältere Frauen erhalten besonders häufig ungeeignete Arzneimittel</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Berlin. Patienten über 65 Jahren schlucken durchschnittlich fast fünf Mal so viele Medikamente wie jüngere Menschen. Dabei sind sie anfälliger für unerwünschte Nebenwirkungen. Die Priscus-Liste enthält 83 Wirkstoffe, auf die im Alter möglichst verzichtet werden sollte. Trotzdem erhält etwa jeder vierte Patient mindestens eines der potenziell gefährlichen Arzneimittel. Vor allem Frauen sind davon betroffen.</b>

Im Alter reagiert der Körper anders auf Arzneimittel: Nieren und Leber funktionieren nur noch eingeschränkt. Das Immunsystem ist gestört und die Muskelmasse geringer als bei jungen Menschen. Das führt dazu, dass ältere Menschen die chemischen Substanzen der Arzneimittel langsamer abbauen. Viele Senioren sind gleich mehrfach erkrankt und benötigen eine umfangreiche Medikation, deren Wechselwirkungen für den behandelnden Arzt kaum zu überschauen sind. Das stellt Ärzte in der Praxis häufig vor das Dilemma, ältere und multimorbide Patienten angemessen zu versorgen, ohne ihnen mit den Medikamenten zusätzlich zu schaden. Konkrete Hilfe bietet die Priscus-Liste, die 83 Wirkstoffe aufführt, für die das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei älteren Menschen als ungünstig bewertet wird.

„Frauen nehmen besonders häufig Wirkstoffe ein, die für ältere Menschen ungeeignet sind“, sagt Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Es ist egal, welche Altersgruppe der über 65-Jährigen man betrachtet. Von den weiblichen Patienten erhalten rund fünf bis sieben Prozentpunkte mehr als bei den Männern einen Wirkstoff aus der Priscus-Liste.“

Unter den 20 am häufigsten verordneten Wirkstoffen der Priscus-Liste befanden sich bereits in früheren Auswertungen vor allem psychogene Substanzen wie Schmerzmittel und Antidepressiva sowie Mittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Verteilung hat sich auch 2011 nicht verändert (siehe Abbildung 2). Der mit mehr als 22 Millionen Tagesdosen am häufigsten an AOK-Patienten über 65 Jahren verordnete Wirkstoff war im vergangenen Jahr das Bluthochdruckmittel Doxazosin. Knapp 20 Millionen Tagesdosen wurden von Amitriptylin verordnet. Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der Antidepressiva, die auf der Priscus-Liste besonders stark vertreten sind. Weiblichen Patienten wird Amitriptylin etwa drei Mal so häufig wie Männern verschrieben. Auf Platz drei der am meisten verordneten Priscus-Wirkstoffe steht Etoricoxib, von dem über 13,4 Millionen Tagesdosen abgegeben wurden. Auch dieses Rheumamittel wird deutlich häufiger an Frauen verschrieben – sie nehmen mehr als doppelt so viel Etoricoxib wie die Männer ein.

Die hohe Konzentration der Priscus-Wirkstoffe auf bestimmte Indikationsbereiche erklärt, warum vor allem Hausärzte, Internisten und Nervenärzte die potenziell gefährlichen Wirkstoffe verordnen. Doch auch Urologen verordnen sehr häufig Priscus-Wirkstoffe. Dabei stammen nur vier Wirkstoffe aus der Urologie. Nervenärzte verschreiben etwa jedem zweiten ihrer Patienten (49 Prozent) über 65 Jahren einen der betroffenen Wirkstoffe. Bei den Hausärzten waren es nur 29 Prozent. Darüber hinaus verordnen Nervenärzte deutlich mehr Tagesdosen pro Patient als ihre Kollegen aus anderen Fachbereichen. Während ein Allgemeinarzt im Jahr 2010 durchschnittlich 17,3 Tagesdosen pro Patient verordnet hat, waren es bei den Nervenärzten etwa 40,4 Tagesdosen.

„Auch das Alter eines Arztes hängt eng damit zusammen, wie oft er einen der Priscus-Wirkstoffe verschreibt“, sagt Gisbert W. Selke, Arzneimittelexperte beim WIdO. „Je älter ein Arzt ist, desto häufiger verordnet er Wirkstoffe, die für ältere Patienten gefährlich werden können. Darüber hinaus verordnen männliche Ärzte häufiger Priscus-Wirkstoffe als ihre weiblichen Kolleginnen. Warum das so ist, lässt sich nur vermuten.“ So sind jüngere Ärzte vielleicht besser über die aktuellen Erkenntnisse über Besonderheiten von Arzneimitteln informiert.

Das WIdO ist bei seinen Analysen auf einen weiteren Zusammenhang gestoßen, der sich kaum rational erklären lässt. „Im Vergleich der Bundesländer erhalten Patienten in den alten Bundesländern deutlich häufiger Wirkstoffe, die auf der Priscus-Liste stehen“, so Gisbert W. Selke (siehe Abbildung 4). Die höchsten Patientenanteile gibt es in Rheinland-Pfalz (27,4 Prozent) und dem Saarland (27,1 Prozent). Nur Bremen liegt mit 21,6 Prozent auf dem Niveau der neuen Bundesländer. Hier erhält nur etwa jeder fünfte Patient mindestens einen der potenziell gefährlichen Wirkstoffe. Ansonsten verordnen die Ärzte in den neuen Bundesländern deutlich zurückhaltender Wirkstoffe der Priscus-Liste. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil der AOK-Patienten über 65 Jahren, die noch mindestens einen Wirkstoff aus der Priscus-Liste erhalten, bei etwa 20,7 Prozent.

Die Priscus-Liste wurde von einem Forschungsverbund aus mehreren Hochschulen in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz entwickelt und 2010 zum ersten Mal veröffentlicht. Sie führt zu jedem als ungünstig bewerteten Wirkstoff Alternativen auf, die Wirkstoffsubstitutionen ebenso wie nicht-medikamentöse Therapien umfassen. Dabei haben die Wissenschaftler berücksichtigt, dass sich selbst kontraindizierte Arzneimittel nicht immer vermeiden lassen. Für diesen Fall führt die Liste begleitende Maßnahmen auf, die das Risiko des Patienten für unerwünschte Nebenwirkungen verringern sollen. Inwieweit die Liste zunehmend in den Praxisalltag integriert wird, ist Gegenstand aktuell laufender Untersuchungen. Damit werden die Analysen fortgeführt, die erstmals im Versorgungs-Report 2012 des WIdO präsentiert wurden.

Die aktive Ansprache der Ärzte ist besonders wichtig, um auf das Problem der Medikation von älteren Patienten aufmerksam zu machen. Zur Zeit schreibt die Gesundheitskasse deshalb in einer Initiative gezielt Ärzte an, die stärker als ihre Fachkollegen zu Priscus-Arzneimitteln greifen, und möchte sie für das Problem sensibilisieren. Zudem bietet die AOK vielerorts pharmakotherapeutische Beratungen an. Das Verordnungsspektrum eines interessierten Arztes wird dafür zunächst mit Hilfe der im WIdO entwickelten Software pharmPRO analysiert. Daraus leitet ein spezialisierter Apotheker der AOK Vorschläge für Verbesserungen der Arzneimitteltherapie ab und erläutert diese in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

<b>Download: Pressemitteilung mit Abbildungen</b> <b><link fileadmin/wido/downloads/pdf_pressemitteilungen/wido_arz_pm_Priscus_0312.pdf _blank download "Initiates file download">&gt;&gt;&gt;</link></b>

Die <b>Priscus-Liste</b> zum Download gibt es auf <link http://www.priscus.net>www.priscus.net</link>. 

<b>Versorgungs-Report 2012 des WIdO</b> 
Günster/Klose/Schmacke (Hrsg.): Versorgungs-Report 2012. Schwerpunkt: Gesundheit im Alter. Schattauer (Stuttgart); 440 Seiten; 84 Abb.; 64 Tab., kart.; mit Online-Zugang; ISBN-13: 978-3-7945-2850-9. (<link vsr_2012.html>http://www.wido.de/vsr_2012.html</link>)

<b>Pressekontakt:</b>
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
Gisbert W. Selke
Tel.: 030-34646-2393
Fax: 030-34646-2144
<link gisbert.selke@wido.bv.aok.de>gisbert.selke@wido.bv.aok.de</link>&nbsp;]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 10:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>GGW 1/12: Personalisierte Medizin – die nächste teure Illusion der Medizingeschichte?</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5529f8557f8.html</link>
			<description>Die Pharmaindustrie und Medizindiagnostikhersteller haben die Individualität des Menschen entdeckt....</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Pharmaindustrie und Medizindiagnostikhersteller haben die Individualität des Menschen entdeckt. Die Botschaft lautet: Zeig mir Deine Gene und ich sag’ Dir, was Du brauchst, um gesund zu werden, oder noch besser: um gesund zu bleiben. Nicht länger Therapie nach dem Gießkannenprinzip (Misserfolge und schädliche Nebenwirkungen inklusive), sondern maßgeschneidert erfolgreich für den einzelnen, lautet die Versprechung.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Noch werde die individualisierte Medizin sehr selten angewendet und beschränke sich hauptsächlich auf die Arzneimitteltherapie bei Krebs, schreiben Britta Olberg und Matthias Perleth. Auch die Hoffnung, mit genetischen Tests Aufschlüsse über persönliche Risiken zu gewinnen, um dann individuelle oder auch bevölkerungsbezogene Präventionsstrategien bei Volkskrankheiten definieren zu können, dämpfen die Autoren. 

Giovanni Maio entlarvt den Widerspruch, der schon im Begriff individualisierte Medizin steckt. Die Genanalyse als Kern der individualisierten Medizin sei eine rein biologische Diagnostik und damit das Gegenteil von ganzheitlich. Nicht der Mensch mit seiner gesamten Persönlichkeit und seinen Lebensumständen stehe im Mittelpunkt, sondern die Fokussierung auf seine Gene. Und ob sich aus den so gewonnenen Daten jemals sinnvolle Konsequenzen ziehen lassen, sei noch nicht entschieden. 

Ziemlich sicher sei aber, dass die individualisierte Medizin zu steigenden Kosten führen wird. Und dies werde zukünftig nur akzeptiert, wenn sich ein echter Nutzen für den Patienten nachweisen lasse, ist Wolfgang Greiner überzeugt.

Wie wäre es eigentlich, wenn Ärzte wieder das echte Gespräch mit den Patienten suchten? Aus den daraus erhaltenen Informationen ließe sich eine ziemlich individuelle Therapie ableiten.]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 14:36:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Entwicklungsdefizite bei der Einschulung meistern helfen</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5c120cc8511.html</link>
			<description>Berlin. Beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule benötigen immer mehr Kinder Unterstützung...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Berlin. Beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule benötigen immer mehr Kinder Unterstützung durch Logopäden. Bereits nahezu jeder vierte 6-jährige Junge hat 2010 eine Logopädie erhalten, bei den Mädchen lag dieser Anteil bei 16,2 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Heilmittelbericht hervor, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) veröffentlicht hat. Gut 130.000 AOK-versicherte Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren waren 2010 in einer sprachtherapeutischen Praxis, weil sie bei ihrer Sprachentwicklung vorübergehend die Hilfe eines Sprachtherapeuten benötigten. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent bei den Jungen und 30 Prozent bei den Mädchen im Vergleich zum Jahr 2006. Eine ergotherapeutische Behandlung nahmen 14 Prozent der sechsjährigen Jungen und 5,6 Prozent der gleichaltrigen Mädchen wahr. „Wir beobachten seit Jahren, dass mehr Kinder für eine gesunde, altersgerechte Entwicklung vorübergehend therapeutische Unterstützung brauchen“ sagt der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Der „Heilmittelbericht 2011“ wertet die Heilmittelverordnungen aller 70 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen aus. Rund 31,2 Millionen Rezepte für Maßnahmen der Physiotherapie, Sprachtherapie, Ergotherapie und Podologie wurden analysiert.</b> 

Laut „Heilmittelbericht 2011“ haben die Ärzte im vergangenen Jahr fast 40 Millionen Leistungen der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie verordnet. Für die insgesamt<span style="mso-spacerun: yes">&nbsp; </span>263 Millionen einzelnen Heilmittelbehandlungen entstanden Kosten von 4,55 Milliarden Euro. „Rein rechnerisch hat damit jeder der 70 Millionen Gesetzlich Krankenversicherten 3,77 Behandlungen im Gegenwert von insgesamt 65,23 Euro erhalten“ erläutert Helmut Schröder. 

Die Spitzenplätze mit den häufigsten Verordnungen belegten Maßnahmen der Physiotherapie wie Massagen oder Krankengymnastik. Diese machten mit 34 Millionen Verordnungen 86 Prozent des gesamten Verordnungsvolumens im Heilmittelbereich aus. Physiotherapeutische Maßnahmen kommen im Wesentlichen bei Frauen in höherem Alter zum Einsatz. 

Mehr als jede vierte über 60-jährige Frau war 2010 in physiotherapeutischer Behandlung, aber nur jeder fünfte Mann. Neben Wirbelsäulenerkrankungen (41 Prozent der Behandlungsfälle) sind es vor allem Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens, die mit physiotherapeutischen Behandlungen versorgt werden. Massagen sind dabei rückläufig zugunsten von Maßnahmen wie Krankengymnastik und manueller Therapie. 

Ergotherapeutische und sprachtherapeutische Behandlungen sind Therapien, die Kinder und besonders Jungen beim Schulstart unterstützen. Auch im Jahr 2010 erhielt jeder vierte bei der AOK versicherte sechsjährige Junge eine Sprachtherapie und knapp 14 Prozent eine Ergotherapie. Während bei den männlichen AOK-Versicherten insgesamt jedoch eine vergleichsweise moderate Steigerung der ergotherapeutischen Leistungen von 2,6 Prozent je 1.000 Versicherte zu beobachten ist, holen die Mädchen hierbei auf: Die ergotherapeutischen Leistungen sind bei ihnen um 6,6 Prozent gestiegen. Ein ähnlicher Effekt ist auch bei den sprachtherapeutischen Behandlungen zu finden. „Möglicherweise zeigt sich an dem Anstieg der Behandlungszahlen auch, dass immer mehr Jungen, aber auch Mädchen unter schwierigen sozialen und gesundheitlichen Bedingungen aufwachsen und für die Schulfähigkeit die Hilfe von Experten benötigen,“ so Helmut Schröder. 

Mehr als 120.000 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, die bei der AOK versichert sind, kamen 2010 in die ergotherapeutische Praxis, davon 70 Prozent Jungen. Fast ein Drittel von ihnen litt unter motorischen Entwicklungsstörungen, ein gutes Fünftel unter hyperkinetischen Störungen („Zappelphilipp-Syndrom“) und für gut 17 Prozent wurden vom Arzt nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörungen benannt. Kombinierte Entwicklungsstörungen und mangelnde schulische Fertigkeiten führten die Kinder ebenfalls in die ergotherapeutische Praxis. Bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen sind motorische Entwicklungsstörungen eine häufige Begleiterkrankung. In Verbindung mit dem eher unaufmerksamen und risikofreudigeren Verhalten dieser Kinder kommt es häufiger als bei gesunden Gleichaltrigen zu Unfällen und Krankenhausaufenthalten. Die AOK hilft diesen Kindern – derzeit insbesondere in den Modellregionen Rheinland, Bremerhaven und Hamburg – mit einem speziellen Versorgungsvertrag. Schröder: „Damit wird den betroffenen Familien der Zugang zu einem Netz von Experten in der Versorgung erleichtert. Die beteiligten Kinderärzte und Psychotherapeuten nehmen an Fortbildungen und Qualitätszirkeln teil. Der Vertrag stellt sicher, dass die Therapeuten Zeit für den besonderen Aufwand bei der Diagnose und für ihre Lotsenfunktion bei der Behandlung haben.“ 

Der jährliche Heilmittelbericht des WIdO analysiert die Heilmittelverordnungen versicherten- und facharztbezogen und zeigt dabei Entwicklungstrends der Versorgung auf. Für die 4,5 Millionen AOK-Versicherten, die 2010 eine Heilmitteltherapie in Anspruch nahmen, werden zusätzlich patientenbezogene Therapiekosten und Diagnosen ausgewertet. Die Analysen sind Grundlage für Gespräche und Verhandlungen mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen über zielgenaue qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Heilmittelversorgung. 

Mehr Infos im Internet:&nbsp;<link heilmittel_2011.html>http://www.wido.de/heilmittel_2011.html</link>&nbsp;
<b>Pressekontakt:</b>
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)<br />Andrea Waltersbacher<br />Tel.: 030/34646-2393<br />Fax.: 030/34646-2144<br />E-Mail: heilmittel@wido.bv.aok.de]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Krankenhaus-Report 2012: Große regionale Unterschiede bei Operationshäufigkeiten</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5a8529c711b.html</link>
			<description>Berlin. Die Entfernung von Gebärmutter oder Eierstöcken gehört deutschlandweit zu den häufigsten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Berlin. Die Entfernung von Gebärmutter oder Eierstöcken gehört deutschlandweit zu den häufigsten Eingriffen in der operativen Gynäkologie. Doch ihre regionale Verteilung ist –&nbsp;unabhängig von der Bevölke­rungsstruktur&nbsp;– sehr verschieden. Auch in anderen Fachgebieten wie der Wirbelsäulenchirurgie sowie der Knie- und Hüftendoprothetik lassen sich große regionale Unterschiede nachweisen. „Bei den Eierstockentfernungen unterscheiden sich die Regionen bis zum Faktor 3,4. Diese Größenordnung lässt sich nicht allein mit einer regional verschiedenen Erkrankungshäufigkeit erklären. Hier gibt es großen Forschungsbedarf. Wir müssen wissen, wie sich die medizinische Behandlung in den Regionen unterscheidet, müssen &nbsp;ausschließen, dass der Wohnort bedeutsam dafür ist, ob ein Patient operiert wird oder nicht“, so Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports 2012, der gerade neu erschienen ist und die Krankenhaus­landschaft mit besonderem Blick auf die Regionalität durchleuchtet.

Um die regionale Häufigkeit von Gebärmutter- und Eierstockentfernungen nach Patientenwohnort zu untersuchen, wurde die Fläche Deutschlands in 100 annähernd gleich große Gebiete aufgeteilt. Anschließend wurden die demografischen Unterschiede dieser Gebiete durch Standardisierung auf die europäische Alterstruktur beseitigt. Danach kommen die Autoren des Krankenhaus-Reports zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Gebärmutterentfernungen je 100.000 Frauen im Jahr 2008 zwischen 174 und 448 Eingriffen variiert. Das entspricht dem Faktor 2,6. Bei Eierstockentfernungen liegt der Faktor sogar bei 3,4.

„Regionale Variationen dieser Größenordnung bei den Operationszahlen lassen sich nicht allein durch Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit erklären“, sagt Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaft­lichen Instituts der AOK (WIdO). „Hinter den nüchternen Zahlen stehen gegebenenfalls vermeidbare Operationen und damit auch vermeidbares Leid. Patienten sollten sich in Anbetracht dieser Zahlen vor einem Eingriff ausführlich beraten lassen und eine zweite ärztliche Meinung einholen, wenn sie unsicher sind.“

Deutlich fällt auch der Unterschied beim Einsatz von Hüftgelenksendoprothesen aus, die mit jährlich 281 Operationen je 100.000 AOK-Versicherten zu den häufigsten Eingriffen überhaupt zählen. Auch in diesem Fall wurden die realen Fallzahlen auf die vergleichsweise geringe europäische Altersnorm standardisiert, um sie miteinander vergleichen zu können. Die standardisierte Zahl der Eingriffe liegt bei 151 Operationen je 100.000 Versicherte. In dem anschließend durchgeführten Vergleich der 414 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2009 variiert der Einsatz von Hüftgelenksendoprothesen &nbsp;bis zum Faktor 2,0: Die niedrigste Rate entfällt mit 106,1 Eingriffen auf Neustadt a. d. Weinstrasse (Rheinland-Pfalz); die höchste Rate erreichte die fränkische Region Neustadt&nbsp;a.&nbsp;d.&nbsp;Aisch mit 215,8 Eingriffen je 100.000 Versicherte. Die Versorgung mit Kniegelenksendoprothesen liegt mit 219,5 in Neustadt&nbsp;a.&nbsp;d. Aisch um den Faktor 3,2 höher als in Cottbus (Brandenburg), wo nur 69,1 Eingriffe pro 100.00 Versicherte vorgenommen wurden. In der Wirbelsäulenchirurgie, etwa bei Wirbelkörperversteifungen oder dem Einsatz von Bandschreibenprothesen, fallen die regionalen Unterschiede noch deutlich stärker aus. Bei allen im neuen Krankenhaus-Report ausgewiesenen Unterschieden wurde berücksichtigt, dass die Bevölkerung in den verglichenen Regionen eine unterschiedliche Altersstruktur und damit ein unterschiedliches Erkrankungsrisiko hat.

Hinsichtlich der regionalen Unterschiede bei den Operationszahlen kommen verschiedene Erklärungsfaktoren in Betracht. Neben möglichen Unterschieden in der Erkrankungshäufigkeit können variierende regionale ambulante und stationäre Angebotsstrukturen oder regional unterschiedliche Traditionen bei der Indikationsstellung und im Behandlungsgeschehen eine Rolle spielen. Letzteres wirft insbesondere die Frage auf, inwieweit Behandlungsleitlinien regional variieren bzw. regional unterschiedlich umgesetzt werden. „Es darf nicht vom Wohnort abhängen, ob und wann sich ein Patient einer Operation unterziehen soll. Hier besteht Forschungsbedarf, wir müssen mehr über die Hintergründe wissen, um Patienten besser vor möglicherweise unnötigen Eingriffen zu schützen oder zu erreichen, dass medizinisch notwendige Eingriffe nicht unterlassen werden“, sagt Klauber. Ein deutsches Spezifikum stellen die beobachteten Regions­unterschiede allerdings nicht dar. Wie der neue Krankenhaus-Report 2012 belegt, finden sich große regionale Unterschiede auch in diversen internationalen Studien.

Im Rahmen seines Schwerpunktthemas „Regionalität“ befasst sich der Krankenhaus-Report 2012, der jährlich von Max Geraedts von der Universität Witten-Herdecke und Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) herausgegeben wird, mit einer Reihe von weiteren Fragestellungen. Dazu gehören die wirtschaftliche Lage von Krankenhäusern in ländlichen Gebieten, die Erreichbarkeit von Krankenhäusern, wettbewerbsrechtliche Aspekte des Krankenhaus­marktes oder auch die Möglichkeiten einzelvertraglicher Regelungen auf regionaler Ebene.&nbsp; Der neue Report diskutiert darüber hinaus Themen wie die Möglichkeiten einer sinnvollen Neuordnung der spezialärztlichen Versorgung, die Vergütung technologischer Innovationen in DRG-Systemen, Qualitätsmessung mit dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routine­daten (QSR) für die Cholezystektomie oder auch die qualitätsorientierte Krankenhaus­vergütung (Pay-for-Performance). Der Statistikteil bietet wie in jedem Jahr ein umfassendes Kompendium von Analysen und Daten zur Entwicklung des Krankenhausmarktes unter Versorgungsaspekten und ökonomischen Fragestellungen. Insbesondere bietet er mit dem Krankenhaus-Directory auch einen differenzierten Vergleich der einzelnen deutschen Kliniken anhand von Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitskennzahlen.

<i>Krankenhaus-Report 2012: Klauber/Geraedts/Friedrich/Wasem (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2012,&nbsp;Schwerpunktthema: Regionalität. Schattauer-Verlag, Stuttgart 2012; broschiert; 54,95&nbsp;€; ISBN 978-3-7945-2849-3</i><a name="OLE_LINK1"></a>

Mehr Infos im Internet: <link http://wido.de/khreport.html>http://wido.de/khreport.html</link>

Im Internetportal zum Krankenhaus-Report finden registrierte Leser neben allen Abbildungen und Tabellen die krankenhauspolitische Chronik von 2000 bis Juli 2011, zusätzliche Tabellen sowie das Krankenhaus-Directory mit erweiterten Informationen und Zusammenfassungen der Krankenhaus-Reporte von 1993 bis 2011.

<b>Pressekontakt:</b>
Wissenschaftliches Institut der AOK
Dr. Gregor Leclerque<br />Tel.: 030/34646-2267<br />Fax.: 030/34646-2144<br />E-Mail: <link mailto:wido@wido.bv.aok.de>wido@wido.bv.aok.de</link> 

<b>Rezensionsexemplare:</b>
Schattauer-Verlag
Stefanie Albert
Tel.: 0711 22987-20
Fax: 0711 22987-50
E-Mail: stefanie.albert@schattauer.de]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 00:00:00 +0100</pubDate>
			
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		<item>
			<title>Versorgungs-Report 2012: Schwerpunktthema „Gesundheit im Alter“</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5284eb4fe35.html</link>
			<description>Medizin und Pflege für eine alternde Gesellschaft 
Berlin. Die Lebenserwartung steigt. Und mit ihr...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Medizin und Pflege für eine alternde Gesellschaft </b>
<b>Berlin. Die Lebenserwartung steigt. Und mit ihr die Zahl altersbedingter Krankheiten. So wird sich bis 2050 die Zahl der Demenzkranken in Deutschland auf bis zu drei Millionen erhöhen. Dennoch wird der demografische Wandel die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weit weniger belasten als vielfach angenommen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Versorgungs-Report 2012 hervor. Danach steigen die Gesundheitsausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils Älterer an der Bevölkerung bis 2050 um 19 Prozent (0,4 Prozent pro Jahr). Das Thema „Gesundheit im Alter“ ist Schwerpunkt des neuen Versorgungs-Report, den das Wissenschaftliche Institut der AOK herausgibt. Darin analysieren 42 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen die ambulante und stationäre Versorgung, die Arzneimitteltherapie, Pflege, Prävention und Palliativmedizin unter dem Blickwinkel der alternden Gesellschaft. Tenor: Deutschland braucht keine andere Medizin für ältere Menschen, aber eine deutlich bessere geriatrische Qualifizierung der Gesundheitsberufe. </b>

&nbsp;Als Ausgangspunkt ist den Analysen des Versorgungs-Reports eine Darstellung der demografischen Entwicklung in Deutschland bis 2060 vorangestellt. Danach verändert sich der Altersquotient in den nächsten fünfzig Jahren dramatisch. „Derzeit kommen im Bundesschnitt 34 über 65-Jährige auf 100 erwerbsfähige Männer und Frauen im Alter zwischen 20 bis 65 Jahren“, erläutert WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. „Bis 2060 wird sich das dramatisch verändern. Dann weist Bremen mit einem Verhältnis von 63 zu 100 noch den günstigsten Altersquotienten auf. In Ostdeutschland wird der Wert durchweg über 72 liegen – an der Altersspitze Brandenburg mit 78 Menschen über 65 je100 Erwerbsfähige.“

Die zu erwartenden Folgen dieses Wandels spiegeln sich in den Prognosen zur Entwicklung der Zahl der Demenzerkrankungen wider. Klauber: „Bis zu 1,4 Millionen Deutsche leben heute mit einer Demenzerkrankung. Von 100 Menschen über 80 Jahre ist jeder Fünfte betroffen. 2050 werden wir es mit bis zu drei Millionen Demenzkranken zu tun haben – 90 Prozent davon pflegebedürftig.“

Im Alter von 60 bis 64 Jahren ist derzeit ein Prozent der Bevölkerung von Demenz betroffen. Die Krankheitshäufigkeit verdoppelt sich laut Versorgungs-Report in Schritten von fünf bis sechs Jahren. Im Alter von 75 und 79 Jahren liegt sie bei 7,5 Prozent, zwischen 85 und 89 Jahren bei 22,5 Prozent und ab dem 100. Lebensjahr bei 40 Prozent. Aktuell haben Frauen ab 80 Jahren noch eine Lebenserwartung von knapp 8,8 Jahren. Davon verbringen sie im Schnitt noch fast sieben Jahre ohne Demenz. Männer ab 80 leben durchschnittlich noch sieben Jahre und verleben davon etwa sechs Jahre demenzfrei. Bei der Prognose, wie sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis 2050 entwickeln wird, spielt die Entwicklung der Lebenserwartung eine wesentlich Rolle: Steigt die Lebenserwartung stark an, wird mit der größeren Zahl alter Personen die Zahl der Demenzkranken auf bis zu drei Millionen steigen, was bei im gleichen Zeitraum schrumpfender Bevölkerungszahlen einem Anteil von 4,2 Prozent der Deutschen entsprechen würde.

Klauber: „Aus wissenschaftlicher Sicht – und das ist sicherlich auch gesellschaftlich ratsam – gibt es ein klares Ziel: Demenz muss in der Wahrnehmung der Menschen eine normale Erkrankung werden. Trotz aller Aufklärung ziehen sich noch immer viele Betroffene und Angehörige aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Erste Symptome einer Erkrankung werden oft verleugnet und selbst von den Hausärzten nicht richtig eingeordnet, weil das Thema sehr negativ und vorurteilsbehaftet diskutiert wird.“ 

<b>Vier Millionen Ältere erhalten problematische Medikamente </b>
Besorgnis erregende Erkenntnisse liefert der Versorgungs-Report zu den gesundheitlichen Risiken für Ältere durch ungeeignete Medikamente und das gleichzeitige Einnehmen vieler Arzneimittel. Rund vier Millionen Patienten über 65 erhalten mindestens ein problematisches Medikament, bei dem die Nachteile den Nutzen übersteigen. 5,5 Millionen sind Risiken durch gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente ausgesetzt. „Die Arzneimitteltherapie für Ältere muss dringend verbessert werden“, fordert deshalb Jürgen Klauber. „Dazu können evidenzbasierte Therapieempfehlungen, hausärztliche Therapiezirkel und eine auf ältere Menschen zugeschnittene Pharmakotherapieberatung für Ärzte beitragen.“ 

<b>Prävention lohnt sich </b>
Der Versorgungs-Report 2012 zeigt zudem gelungene Beispiele für eine auf die Belange Älterer zugeschnittene Prävention. Dazu zählen die von der AOK unterstützten Sturzprophylaxe-Projekte in Pflegeheimen. Sie können 20 Prozent aller Hüftfrakturen bei Heimbewohnern verhindern. 

<b>Keine „Kostenexplosion“</b>
Nach Berechnungen des Gesundheitsökonomen Prof. Stefan Felder von der Universität Basel steigen die GKV-Ausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils Älterer an der Bevölkerung bis 2050 um bis zu 20 Prozent. Das entspricht einem Ausgabenplus von 0,4 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2009 sind die Ausgaben der GKV im Jahresmittel um 3,7 Prozent gestiegen. Felders Berechnungen für den Versorgungs-Report 2012 haben ergeben, dass die steigende Lebenserwartung zwar durchaus höhere Ausgaben nach sich zieht, aber bei weitem nicht im Ausmaß einer Kostenexplosion. Klauber: „Den Berechnungen liegt die Beobachtung zugrunde, dass die Behandlungskosten vor dem Tod eines Menschen besonders hoch sind – unabhängig, ob er mit 70, 80 oder 90 Jahren stirbt.“<br />Umfassende Daten zu Gesundheitskosten im Alter<br />Der Versorgungs-Report stützt sich auf Daten von 24 Millionen AOK-Versicherten. „Die umfangreichen Angaben über die häufigsten Krankheiten, die Inanspruchnahme von Ärzten oder Sonderanalysen für ausgewählte Erkrankungen besitzen besonderes Gewicht für die Versorgungsforschung, weil das WIdO Diagnosen und die Inanspruchnahme von Leistungen sektorübergreifend zusammenführt“, betont Jürgen Klauber. <br />So stellt der Versorgungs-Report 2012 – bisher einmalig – die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen im Alter auf der Grundlage der gesamten Leistungsdaten für ambulante und stationäre Versorgung sowie Medikamente dar und liefert Auskunft über die häufigsten Krankheiten bei älteren Menschen.

<i>Christian Günster, Joachim Klose, Norbert Schmacke (Hrsg.).<br />Versorgungs-Report 2012. Schwerpunktthema: Gesundheit im Alter. 440 Seiten, 84 Abb., 64 Tab.; 49,95 €; ISBN 978-3-7945-2850-9</i>

<b>Pressekontakt:</b>
Wissenschaftliches Institut der AOK
Christian Günster
Tel.: 030/34646-2128
Joachim Klose
Tel.: 030/34646-2129
Fax.: 030/34646-2144
E-Mail: <link wido@wido.bv.aok.de>wido@wido.bv.aok.de</link>
<br /><b>Rezensionsexemplare</b>
Schattauer-Verlag
Frau Albert
Tel.: 0711 22987-20
Fax: 0711 22987-50
E-Mail: <link stefanie.albert@schattauer.de>stefanie.albert@schattauer.de</link> 

Internet: <link vsreport.html>http://www.wido.de/vsreport.html</link>
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			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 07:33:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>GGW 4/11: Versorgung im Sinne des Patienten?</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5f55530545d.html</link>
			<description>Das deutsche Gesundheitssystem ist eine ewige Baustelle. Die einzelnen Gewerke arbeiten mal...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das deutsche Gesundheitssystem ist eine ewige Baustelle. Die einzelnen Gewerke arbeiten mal miteinander, mal gegeneinander, oftmals unkoordiniert. Hört sich irgendwie vertraut an, nicht wahr? Und dabei geraten meist diejenigen aus dem Blick, die doch einen Nutzen von dem Ganzen haben sollen: die Patienten. Grund genug, dass wir sie in dieser GGW ins Zentrum rücken: mit Beispielen für patientenzentrierte Versorgung – erfolgversprechende, förderungswürdige und bedenkliche. 

Unser Gesundheitssystem muss sich vor allem um Menschen mit chronischen Erkrankungen kümmern. Dies ist schon lange so, und dennoch hinkt die Gesundheitsversorgung dieser Notwendigkeit noch immer hinterher. Ottomar Bahrs stellt sehr überzeugend dar, wie mit einem anderen Denk- und Kommunikationsansatz der chronisch kranke Patient „auf Augenhöhe“ einbezogen wird und so Krankheits- und Behandlungsverlauf auf Dauer mitgestaltet. 

Ganz langsam kommt auch die Versorgungsforschung aus ihrem ungeliebten Stiefkind-Dasein heraus. Die Forschungsförderung nimmt an Fahrt auf. Dennoch schaffen es neue, qualitativ überzeugende Versorgungsmodelle nicht in die Praxis. Norbert Schmacke stellt die Zwickmühle dar, in der die Versorgungsforschung steckt, und warnt vor überhöhten Erwartungen. Er fordert Mut zu „kleinen“ Fragestellungen. 

Mit großen Schritten hingegen entwickelt sich der Bereich der Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Zunehmend sehen sich Patienten den Angeboten solcher privatärztlicher Leistungen ausgesetzt. Neben der Problematik und den unterschiedlichen Interessenlagen nehmen Thomas Gerlinger und Rolf Schmucker auch die Auswirkungen von IGeL auf die Arzt-Patient-Beziehung unter die Lupe.

Weiterführende Seite: <link 841 - internal-link "Opens internal link in current window">&gt;&gt;&gt;</link>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 11:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Arzneiverordnungs-Report 2011 erschienen</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M5dff3141b7f.html</link>
			<description>Umsatz mit patentgeschützten Arzneimitteln legt weiter zu

Berlin. Deutschlands Ärzte haben 2010...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Umsatz mit patentgeschützten Arzneimitteln legt weiter zu</b>
<b></b>
<b>Berlin. Deutschlands Ärzte haben 2010 nicht mehr Medikamente verordnet als 2009. Trotzdem ist der Arzneimittel-Umsatz der Krankenkassen um 4,3 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus dem Arzneiverordnungs-Report 2011 hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Die Datengrundlage für den AVR liefert das Wissen-schaftliche Institut der AOK (WIdO). „Die einzelne Verordnung ist bei fast konstanter Menge teurer geworden“, benennt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, die Entwicklung. „Umsatztreiber waren auch 2010 patentgeschützte Arz-neimittel. 14,2 Milliarden Euro Umsatz haben die Hersteller mit den Krankenkassen gemacht – 7,5 Prozent mehr als 2009.“</b>

Die Analysen des seit 1985 jährlich erscheinenden Arzneiverordnungs-Reports basieren auf mehr als 700 Millionen Arzneimittelverordnungen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Daten werden vom Projekt GKV-Arzneimittelindex des WIdO ausgewertet und den Herausgebern und Autoren des Arzneiverordnungs-Reports zur Verfügung gestellt.

<b>Gesetzliche Kostendämpfung und Rabattverträge wirken</b>
Laut GKV-Arzneimittelindex ist die Zahl der Verordnungen 2010 vergleichsweise konstant geblieben. Dank der Arzneimittelrabattverträge und gesetzlicher Sparmaßnahmen seit August 2010 (16-Prozent-Herstellerabschlag für Nicht-Festbetragsarzneimittel sowie Preismoratorium bis Ende 2013) sind die Ausgaben der Krankenkassen 2010 nur um ein Prozent gewachsen. 18 Prozent ihrer Ausgaben mussten die Krankenkassen im vergangenen Jahr für Medikamente aufwenden.

Den Rabattverträgen verdankten die Krankenkassen im vergangenen Jahr Einsparungen von rund 1,3 Milliarden Euro. Davon entfielen 600 Millionen oder 46 Prozent auf die AOK-Gemeinschaft. Schröder: „Die Rabatterlöse 2010 entsprechen bei den AOKs 5,1 Prozent der Arzneimittelausgaben. Das entspricht übersetzt 34 Euro je AOK-Mitglied. Der GKV-Schnitt liegt bei 4,3 Prozent der Ausgaben.“

Der gestiegene Wert je Arzneimittelverordnung sorgte dennoch für ein deutliches Umsatzplus von rund 1,22 Milliarden Euro oder 4,3 Prozent. „Diese Wertsteigerung kommt trotz stabiler Preise zustande, weil die Ärzte auch 2010 mehr teure Präparate verordnet haben“, erläutert Helmut Schröder. Von den Fachleuten wird diese Entwicklung als Strukturkomponente in die Statistik einberechnet.

<b>Wirtschaftlichkeitspotenziale weiter hoch</b>
Die Analysen des Arzneiverordnungs-Reports 2011 zeigen, dass es nach wie vor ein erhebliches Einsparpotenzial gibt: 4,7 Milliarden Euro könnten demnach ohne Qualitätseinbußen in der Therapie eingespart werden, wenn noch konsequenter preiswerte Generika verordnet würden, wenn anstelle von teuren Analogpräparaten therapeutisch mindestens gleichwertige patentfreie Alternativen verschrieben würden und wenn Ärzte ganz auf Arzneimittel mit umstrittener Wirksamkeit verzichten würden.
Die Zahlen des WIdO belegen allerdings, dass sich diese drei Marktsegmente in den vergangenen Jahren durchaus unterschiedlich entwickelt haben.

<b>Umstrittene Arzneimittel fast kein Thema mehr</b>
„Arzneimittel mit umstrittener Wirksamkeit machten Anfang der 90er Jahre nahezu 40 Prozent der Verordnungen aus und damit fast ein Drittel des gesamten GKV-Arzneimittelumsatzes. 2010 lag der Umsatzanteil nur noch bei 2,5 Prozent“, so Helmut Schröder. Seit dem weitgehenden Ausschluss nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus der GKV-Erstattung durch das GKV-Modernisierungsgesetz 2004 stagnieren die zumeist rezeptfreien Arzneimittel mit umstrittener Wirksamkeit auf niedrigem Niveau. Schröder: „Dennoch hätten auch im vergangenen Jahr rund 570 Millionen Euro zusätzlich für eine wirksame Therapie zur Verfügung gestanden, wenn vollständig auf die Verordnung dieser Produkte verzichtet worden wäre.“

<b>Erfolgsmodell Generika</b>
2010 waren 71 Prozent der für gesetzlich Versicherte verschriebenen Medikamente Generika. Der Verordnungsanteil ist damit konstant hoch. „Dank der Rabattverträge sind aber die Umsätze um 2,7 Prozent gesunken“, betont WIdO-Experte Schröder. „Dieses Instrument trägt neben den Festbeträgen für Arzneimittel wirksam dazu bei, die nach wie vor vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven im generikafähigen Markt zu realisieren. Denn trotz fallender Preise gibt es weiterhin erhebliche Preisunterschiede.“

Seit 2007 nutzen die meisten Krankenkassen verstärkt die Möglichkeit, durch Direktverträge mit Herstellern kassenindividuelle Preisvorteile zu realisieren. Als erste gesetzliche Krankenkasse hat die AOK Arzneimittelrabattverträge für Generika europaweit ausgeschrieben und sie rechtssicher durchgesetzt. Aktuell laufen Versorgungsverträge für 172 Wirkstoffe mit einem jährlichen AOK-Umsatz im Umfang von 3,5 Milliarden Euro. Noch bis zum 17. Oktober 2011 läuft die AOK-Ausschreibung für die inzwischen siebte Vertragstranche. Sie umfasst 105 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem AOK-Umsatzvolumen von zwei Milliarden Euro. Die neuen Verträge sollen am 1. April 2012 in Kraft treten.

<b>Patentgeschützte Arzneimittel bereiten weiter Sorge</b>
Das Umsatzwachstum bei den patentgeschützten Arzneimitteln bereitet den Krankenkassen weiter Sorge. „Der Umsatz hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt“, sagt Schröder. Auch 2010 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen, obwohl die Zahl der Rezepte für patentgeschützte Medikamente um 2,6 Prozent gesunken ist. Von den 14,2 Milliarden Euro Umsatz 2010 entfielen laut GKV-Arzneimittelindex zudem 3,5 Milliarden auf patentgeschützte Analogpräparate, die keinen Zusatznutzen haben. Für mehr als 80 Prozent des GKV-Umsatzes mit patentgeschützten Medikamenten gibt es keine Festbeträge und damit keine Preisregulierung. Die Hersteller können für diese Arzneimittel bislang jeden beliebigen Preis von den Kassen verlangen.

Abhilfe schaffen soll hier das Arzneimittelmarkt-Neuordungsgesetz (AMNOG). Innerhalb von sechs Monaten nach Marktzugang soll über eine frühe Nutzenbewertung geklärt werden, ob ein neues Medikament einen höheren Nutzen hat als bereits vorhandene Mittel. Ist dies nicht der Fall, sollen entweder ein Festbetrag oder zentrale Preisverhandlungen sicherstellen, dass diese Mittel nicht teurer sind als die Standardtherapie. Gibt es einen Zusatznutzen, verhandelt der GKV-Spitzenverband zentral mit dem Hersteller über den Preis. „Die ersten Nutzenbewertungen sind bereits angelaufen. Aktuell erarbeiten Kassen und Pharmaindustrie gemeinsam die Kriterien, nach denen die Erstattungspreise verhandelt werden. Mit ersten Verhandlungsergebnissen ist ab Mitte nächsten Jahres zu rechnen“, erläutert Helmut Schröder.

Wie sich die Arzneimittelverordnungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2010 entwickelt haben, beleuchtet der neue Arzneiverordnungs-Report, der am 14. September 2011 in Berlin vorgestellt wurde. Zahlreiche Experten aus Pharmakologie, Medizin und Ökonomie – auch aus dem WIdO – kommentieren das ärztliche Verordnungsverhalten. Der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) stellt dabei auch die Verordnungs- und Klassifikationsdaten zur Verfügung

Wie sich die Arzneimittelverordnungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2010 entwickelt haben, beleuchtet der neue Arzneiverordnungs-Report, der am 14. September 2011 in Berlin vorgestellt wurde. Zahlreiche Experten aus Pharmakologie, Medizin und Ökonomie – auch aus dem WIdO – kommentieren das ärztliche Verordnungsverhalten. Der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) stellt dabei auch die Verordnungs- und Klassifikationsdaten zur Verfügung.

Ulrich Schwabe; Dieter Paffrath (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2011; Aktuelle Daten, Kosten, Trends und Kommentare; Springer Medizin Verlag Heidelberg; 2011. 1.121 Seiten mit 81 Abbildungen; Ladenpreis € 49,95; ISBN: 978-3-642-21991-7. 

<b>Pressekontakt: </b>
Wissenschaftliches Institut der AOK 
Tel.: 030-34646-2393; Fax: 030-34646-2144 
<b>Helmut Schröder </b>
helmut.schroeder(at)wido.bv.aok.de 
<b>Valentina Coca&nbsp;</b>
valentina.coca(at)wido.bv.aok.de 

Internet: <link http://wido.de/arzneiverordnungs-rep.html>http://wido.de/arzneiverordnungs-rep.html</link>&nbsp;
]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 11:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Fehlzeiten-Report 2011 erschienen</title>
			<link>http://www.wido.de/meldungakt+M51961c11e76.html</link>
			<description>Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Berlin. Mehr Einsatz für die Mitarbeiter, mehr Feedback und öfter mal ein Lob für gute Arbeit – das wünschen sich Beschäftigte von ihrer Führungskraft. Dieser Einsatz lohnt sich, bestätigt der aktuell veröffentlichte Fehlzeiten-Report 2011. Danach haben Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften gut informiert werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Das erhöht auch den Unternehmenserfolg. „Doch viele Chefs verhalten sich nicht entsprechend. Selbst kleine Selbstverständlichkeiten, wie ein Lob bei guter Leistung, erhalten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht von ihrem Chef“, so Helmut Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports 2011, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Kooperation mit der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin&nbsp;publiziert wird.&nbsp;</b>

Im Mittelpunkt des diesjährigen Fehlzeiten-Reports steht die „Führungsaufgabe Gesundheit“ – dazu wurden auch Mitarbeiterbefragungen von 147 Unternehmen mit insgesamt 28.223 Teilnehmern analysiert. Demnach nehmen 54,5&nbsp;Prozent der befragten Mitarbeiter Lob von ihrem Vorgesetzten nur selten bzw. nie wahr. 41,5&nbsp;Prozent sagen aus, dass ihre Meinung vom Vorgesetzten bei wichtigen Entscheidungen nicht beachtet würde. Gleichzeitig ist jedoch mehr als ein Drittel (35,5&nbsp;Prozent) der Befragten überzeugt, dass durch mehr Einsatz des Vorgesetzten für die Mitarbeiter die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz verbessert werden kann. „Ein gesundheitsfördernder Führungsstil beeinflusst das Befinden der Mitarbeiter positiv und hilft auch die Fluktuation im Unternehmen gering zu halten“, sagt Helmut Schröder, Mitglied der Geschäftsführung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels spielt der Führungsstil eine immer wichtigere Rolle.“

Doch auch die Führungskräfte selbst stehen unter Druck. Vor allem in unteren und mittleren Führungsebenen leiden sie unter starkem Zeitdruck und hoher Arbeitsdichte. So gaben Führungskräfte in einer im Fehlzeiten-Report vorgestellten Befragung an, nur an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr krank gewesen zu sein. Andere Erhebungen zeigen hingegen, dass Führungskräfte im Gegenzug an 8,3 Tagen trotz Krankheit zur Arbeit gehen und sich bei Krankheit nicht angemessen erholten oder zu früh an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten.

Was kann von den Erkenntnissen aus der Forschung in die Praxis übertragen werden? Der Fehlzeiten-Report 2011 berichtet aus Unternehmen wie Deutsche Bahn, Bertelsmann Stiftung, REWE, SIEMENS, VW oder von erfolgreichen Projekten des AOK-Service „Gesunde Unternehmen“ und zeigt Wege auf, wie gesundheitsfördernde Führung im Betrieb aussehen kann. So können Angebote zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung den Führungskräften helfen, sich sowohl ihres Einflusses auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter wie auch ihrer eigenen Gesundheit bewusst zu werden.

Darüber hinaus informiert der Report über die Ausfalltage der deutschen Wirtschaft insgesamt: Obwohl der Krankenstand 2010 im Vergleich zum Vorjahr bei 4,8&nbsp;Prozent stagniert, hat die Zahl der Krank­heitstage erneut leicht zugenommen. Ein Trend, der sich auch im ersten Halbjahr 2011 fortsetzt. Im Durchschnitt dauerte 2010 eine Arbeitsunfähigkeit 17,6&nbsp;Tage. Die Daten basieren auf den Fehlzeiten der mehr als 10 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbs­tätigen. Die meisten Krankheitstage entfielen 2010 auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkran­kungen (24,2&nbsp;Prozent). Darauf folgen akute Verletzungen (12,9&nbsp;Prozent), Atemwegs­erkrankungen (12&nbsp;Prozent) und psychische Erkrankungen (9,3 Prozent). Der Trend der Zunahme psychischer Erkrankungen setzt sich nach wie vor fort: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Erkrankung um 0,7 Prozentpunkte angestiegen. Insgesamt ist seit 1994 bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen ein Anstieg der psychischen Erkrankungen von mehr als 100 Prozent, bei den Arbeitsunfähigkeitstagen um nahezu 90 Prozent zu verzeichnen.

Die Fehlzeiten unterscheiden sich deutlich nach Branchen und Tätigkeiten. 2010 wurde in vielen Branchen ein Anstieg des Krankenstandes festgestellt. Der höchste Krankenstand war in der Branche „Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau“ mit 5,9 Prozent zu finden. Ebenfalls hohe Krankenstände verzeichneten die Branchen „Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung“ (5,5 Prozent), „Verkehr und Transport“ (5,5&nbsp;Prozent) sowie das Baugewerbe (5,1 Prozent). Die Branche „Banken und Versicherungen“ konnte mit 3,3 Prozent den niedrigsten Krankenstand verzeichnen.

Die Berufsgruppen mit den meisten Ausfalltagen waren im Jahr 2010 vor allem in körperlich stark bean­spruchenden Berufen zu finden, wie etwa bei Straßenreinigern und Abfallbeseitigern (30,0&nbsp;Tage), Halbzeugputzern (27,4&nbsp;Tage) und Waldarbeitern (25,8&nbsp;Tage). Die niedrigsten Krankenstände waren bei Hochschullehrern und Dozenten (4,8&nbsp;Tage) zu verzeichnen.

Diese und weitere Ergebnisse zum Schwerpunktthema „Führung und Gesundheit“ wie auch aktuelle Daten und Analysen zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft finden sich im soeben erschienen Fehlzeiten-Report 2011.

<b>Badura/Ducki/Schröder/Klose/Macco (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2011, Schwerpunktthema: Füh­rung und Gesundheit; Berlin 2011; 450&nbsp;Seiten; broschiert, 49,95&nbsp;€; ISBN 978-3-642-21654-1.</b>]]></content:encoded>
			
			<author>markus.meyer@wido.bv.aok.de</author>
			<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 09:36:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.wido.de/uploads/media/pm_wido_2011-16-08_FZR2011_final.pdf" length ="99732" type="application/pdf" />
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