WIdO-Studie: Wechseljahre in der Hormontherapie - Informationsquellen und ärztliche Einstellungen in der Praxis
In den vergangenen Jahren haben Studien mit hoher Evidenz zu einem Paradigmenwechsel in der Hormontherapie geführt. Sexualhormone werden von den Behörden der Arzneimittelsicherheit nur noch zur Behandlung gravierender klimakterischer Beschwerden empfohlen. Bei der postmenopausalen Osteoporose gelten sie als Ausnahmeindikation.
Die vorliegende Publikation geht auf der Basis einer repräsentativen Befragung von Gynäkologinnen und Gynäkologen der Frage nach, wie sich die fachlichen Bewertungen und allgemeinen Einstellungen der Ärzte zur Hormontherapie heute darstellen und ob dieses Meinungsbild der Mediziner zur bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnislage und den darauf aufsetzenden öffentlichen Empfehlungen passt. Daneben wird näher beleuchtet, wie das Informationsumfeld der deutschen Gynäkologen durch Fachärzteschaft und Pharmazeutische Industrie geprägt wird.
Die Ergebnisse verweisen eindeutig auf eine mangelnde Evidenzbasierung der therapeutischen Praxis: Der Schluss liegt nahe, dass dies nicht unabhängig vom bestehenden Informationsumfeld zu sehen ist, welches entsprechende Mängel bei der Darstellung und Vermittlung der wissenschaftlichen Studienlage aufweist. Schließlich werden Ansatzpunkte diskutiert, eine Therapie zu fördern, die stärker an der bestehenden Erkenntnislage orientiert ist.
Klauber, J./Mühlbauer, B./Schmacke, N./Zawinell, A. (2005): Wechseljahre in der Hormontherapie - Informationsquellen und ärztliche Einstellungen in der Praxis. Wissenschaftliches Institut der AOK (Hrsg.), Bonn. ISBN 3-922093-37-X.
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Anette Zawinell
Tel. 030/34646-2563
anette.zawinell(at)wido.bv.aok.de
Dr. Carsten Telschow
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Die Studie ist inzwischen vergriffen. Eine ausdruckbare Fassung steht im PDF-Format (678 KB) – kostenfrei – unter "Downloads" bereit.





