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Wissenschaftliches Institut der AOK


Arzneiverordnungs-Report

Seit 1985 berichtet der jährlich erscheinende Arzneiverordnungs-Report unter der Herausgeberschaft des Heidelberger Pharmakologen Prof. Dr. U. Schwabe und des Ökonomen Dr. D. Paffrath über die vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Arzneiverordnungen. Zahlreiche Experten aus Pharmakologie, Medizin und Ökonomie kommentieren das ärztliche Verordnungsverhalten.

 

Primäres Ziel dieser Publikation ist eine verbesserte Markt- und Kostentransparenz. Wo immer möglich, werden Arzneimittel nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin beurteilt. Der Arzneiverordnungs-Report erscheint 2016 in neuem Gewand und enthält neben den 40 therapeutischen elf marktbezogene Kapitel. Auf die 3.000 führenden Arzneimittel des deutschen Arzneimittelmarktes, die im aktuellen Arzneimittelverordnungs-Report vorgestellt werden, entfallen 89 % der Nettokosten und 97 % aller Verordnungen. In Anbetracht der steigenden Kostendynamik in der Arzneitherapie werden die führenden Indikationsgruppen erstmals nicht nach der Verordnungshäufigkeit, sondern auf Basis von Verordnungskosten analysiert.

 

Das Projekt GKV-Arzneimittelindex im WIdO unterstützt dieses Standardwerk sowohl mit den Verordnungs- und Klassifikationsdaten als auch mit eigenen Beiträgen.   

Arzneiverordnungs-Report 2017 – Arzneimittelverbrauch in Deutschland

 

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung sind im Jahr 2016 auf 38,5 Mrd. Euro angestiegen. Diese Entwicklung bedeutet eine Zunahme von 3,9% (+1,440 Mrd. €) gegenüber dem Vorjahr. Wie es zu einem solchen Ausgabenanstieg kommt, zeigt die Marktanalyse des Arzneiverordnungs-Reports 2017, in dem im Rahmen einer Komponentenzerlegung die Preis-, Mengen- und Strukturentwicklung differenziert untersucht werden.  

 

Die Analyse der Marktentwicklung der Fertigarzneimittel für GKV-Versicherte 2016 zeigt, dass bei einer Bruttoumsatzentwicklung von +2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr der Wert der Verordnungen um 1,1 Prozent gestiegen ist, während gleichzeitig auch die Zahl der Verordnungen anstieg (+1,0 Prozent). Strukturverschiebungen im Markt haben zu einem Umsatzplus von fast 770 Mio. Euro (+3,1 Prozent) geführt, davon allein 501 Mio. Euro durch die Verordnung teurerer Arzneimittel. Die Kostensteigerungen finden maßgeblich bei den neueren, patentgeschützten Arzneimitteln statt, die häufig mit besonders hohen Preisen auf den Markt gebracht werden. Mit einem durchschnittlichen ungewichteten Packungspreis von 4.056,54 Euro waren diese Arzneimittel im Durchschnitt doppelt so teuer wie alle im Markt angebotenen Patent-Arzneimittel.  

 

Eine noch höhere Umsatzsteigerung im Fertigarzneimittelmarkt 2016 konnte durch die Verhandlungsergebnisse zu Erstattungsbeträgen für neue Arzneimittel (einschließlich individueller Zubereitungen 1,35 Mrd. Euro in 2016), wie auch durch die Rabatterlöse aus Selektivverträgen zwischen Gesetzlichen Krankenkassen und pharmazeutischen Herstellern (2016: 3,89 Mrd. Euro) vermieden werden. Die wachsende Zahl von Biosimilarprodukten als Zweitanbieterpräparate zu bio- bzw. gentechnologisch hergestellten Arzneimitteln, die zumeist hochpreisig sind, kann in den kommenden Jahren auch zur Kostendämpfung beitragen. Durch Verordnung von Biosimilars konnten im Jahr 2016 78 Mio. € eingespart werden, was jedoch erst einem Viertel der möglichen Einsparungen entspricht. Die regionale Analyse der Biosimilaranteile zeigt starke Variation zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen. Der ungewichtete durchschnittliche Biosimilaranteil an allen Arzneimitteln des gleichen Wirkstoffs reicht von 22,2% in Baden-Württemberg bis 41,4% in Brandenburg.

 

Ein Vergleich der Herstellerabgabepreise für die umsatzstärksten 250 patentgeschützten Arzneimittel mit acht anderen EU-Ländern (Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Österreich und Schweden) zeigt, dass die Preise in Deutschland deutlich über dem europäischen Niveau liegen. Nach Berücksichtigung der nationalen Wirtschafts- und Kaufkraft offenbart sich ein durchschnittliches Einsparpotenzial, das zwischen 18% (Großbritannien) und 35% (Schweden) liegt. Für den untersuchten Warenkorb in Deutschland ergibt sich dadurch ein Einsparpotenzial von rund 3,1 Mrd. Euro, bzw. 26% gemessen am jährlichen Herstellerumsatz im Patentmarkt. Werden im Sinne einer konservativen Abschätzung zusätzlich auch noch für Deutschland die AMNOG-Erstattungsbeträge und gesetzlichen Abschläge berücksichtigt, so liegt das Einsparpotenzial bei 1,5 Mrd. Euro. Derartige Rabatte sind auch für die anderen Länder anzunehmen, so dass das tatsächliche Einsparpotenzial bei Berücksichtigung auch der ausländischen Rabatte deutlich höher ausfallen dürfte. 

Inhalte des Arzneiverordnungs-Reports sind:

  • Allgemeine Verordnungs- und Marktentwicklung
  • Zulassungsverfahren
  • Neue Arzneimittel
  • Analysen von Trends und Marktsegmenten
  • Ergebnisse des AMNOG-Erstattungsbetragsverfahrens
  • Rabattverträge
  • Europäischer Preisvergleich für patentgeschützte Arzneimittel
  • Indikationsgruppenbezogene Besprechungen
  • Zahnärztliche Verordnungen
  • Analysen nach Arztgruppen
  • Analysen nach Alter und Geschlecht der Versicherten
  • Analysen nach Regionen
  • Methodisch-statistischer Anhang

Schwabe/Paffrath/Ludwig/Klauber (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2017: Aktuelle Daten, Kosten, Trends und Kommentare; 2017; 870 S.; 100 Abb.; Softcover; 59,99 €; ISBN 978-3-662-54629-1; Springer-Verlag. >>>

 

Ansprechpartner

Dr. Carsten Telschow

Tel. 030/34646-2111

carsten.telschow(at)wido.bv.aok.de

 

 

Downloads

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