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Wissenschaftliches Institut der AOK


Ärzteatlas 2015: Hohe Arztdichte, aber auch Verteilungsprobleme

Mit 451 berufstätigen Ärzten je 100.000 Einwohner wurden 2014 deutschlandweit 48,5 Prozent mehr Mediziner gezählt als noch 1991. Dabei verzeichneten alle Bundesländer deutliche Zuwächse. Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit an der Spitze. Auch bei den niedergelassenen Ärzten findet sich eine vergleichsweise hohe Arztdichte. Gemessen an den Bedarfsplanungsrichtlinien herrscht bei den Vertragsärzten vielfach Überversorgung. Aber es gibt auch Verteilungsprobleme und die Überver-sorgung bindet Ressourcen, die in anderen Regionen fehlen.

 

Nach Maßgabe der aktuellen Bedarfsplanung für die ambulante vertragsärztliche Versorgung wird das Plansoll bundesweit um fast ein Drittel übertroffen. Dabei liegt der Gesamtversorgungsgrad bei sämtlichen Arztgruppen deutlich über dem Soll.

 

Selbst im hausärztlichen Bereich ergibt sich bundesweit ein Gesamtversorgungsgrad von 110,4 %. Auf Landesebene weist nur Sachsen-Anhalt mit 99,6 % eine leichte Unterdeckung auf. Insgesamt sind 49 % aller Planungskreise überversorgt. Es gibt also insgesamt mehr Hausärzte, als im Rahmen der Bedarfsplanung nötig wären. Allerdings zeigen sich zum Teil enorme regionale Unterschiede: Einer Unterversorgung oder drohenden Unterversorgung in einigen Landstrichen steht eine deutliche Überversorgung in für Ärzte attraktiven Regionen gegenüber.

 

Bei den Arztgruppen der allgemeinen fachärztlichen Versorgung ist die Überversorgung wesentlich ausgeprägter: So sind bei Chirurgen, Urologen, Orthopäden, Kinderärzten, Nerven-ärzten und Frauenärzten fast alle Planungsbereiche überversorgt.

 

Im Bereich der spezialisierten fachärztlichen Versorgung zeigt sich teilweise ein ähnliches Bild: Bei Anästhesisten, Fachinternisten und Radiologen sind alle Planungsbereiche über-versorgt; lediglich bei Kinder- und Jugendpsychiatern zeigt sich ein Nebeneinander von hohen und niederigen Versorgungsgraden (der Gesamtversor-gungsgrad beträgt 122,8 %).

 

Gleichzeitig gibt es eine vergleichsweise große Zahl an älteren Ärzten, die auf absehbare Zeit Praxisnachfolger suchen werden. So sind bundesweit 32 Prozent der Hausärzte 60 Jahre oder älter. Zwar muss in überversorgten Regionen nicht jeder frei werdende Arztsitz auch wieder besetzt werden. Kritisch stellt sich die Lage allerdings dort dar, wo ungünstige Faktoren kumulieren: Niedriger Versorgungsgrad, hoher Altersanteil bei den Ärzten und Schwierigkeiten mit der Wiederbesetzung.

 

Mit dem Ärzteatlas 2015 legt das WIdO das regionale Versorgungsangebot der Vertragsärzte umfassend offen. Für die 23 Arztgruppen werden aktuelle regionale Versorgungsgrade kartografisch ausgewiesen und so auch das Ausmaß an Über- und Unterversorgung differenziert dargestellt.

Angaben zur Publikation

Joachim Klose, Isabel Rehbein: Ärzteatlas 2015 – Daten zur Versorgungsdichte von Vertragsärzten. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Berlin 2015.

Ansprechpartner

Sekretariat

Tel. 030/34646-2393

wido@wido.bv.aok.de

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