Finanzierung, Risikostrukturausgleich
Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine gesundheitspolitische Dauerbaustelle. An der Realisierung der mit jeder Finanzierungsreform verbundenen Reformzielen Stabilität und Nachhaltigkeit, Finanzierungsgerechtigkeit, Wettbewerbskompatibilität und Praktikabilität versucht sich praktisch jede Bundesregierung aufs Neue. Entsprechend haben die jeweils aktuellen Regelungen sowie neuerliche Reformvorschläge ständig einen hohen Stellenwert in der Forschungsarbeit des WIdO.
Der aktuelle Fokus der konzeptionellen und empirischen Analysen des WIdO gilt insbesondere des 2009 von der großen Koalition eingeführten und von der schwarz-gelben Bundesregierung ab 2011 modifizierten Finanzierungssystems aus Gesundheitsfonds mit kassenindividuellen Zusatzbeiträgen und steuerfinanziertem Sozialausgleich. Aber auch unterschiedliche Modelle des Reformkonzepts einer Bürgerversicherung werden im Hinblick auf verschiedene Reformziele untersucht.
Der 1994 zur Flankierung der freien Kassenwahl eingeführte Risikostrukturausgleich ist ein zentrales Element der „solidarischen Wettbewerbsordnung“ der GKV. Weil jeder Wettbewerb von seinem Wesen her einen dynamischen Prozess darstellt, bedarf auch die Ordnung des Kassenwettbewerbs der ständigen Überprüfung und Anpassung. Hierzu zählte auch die Weiterentwicklung des RSA zu einem direkt morbiditätsorientierten RSA („M-RSA“). Er wurde 2009 zusammen mit dem Gesundheitsfonds eingeführt und basiert derzeit auf maximal 80 Erkrankungen. Die Begleitung der Weiterentwicklung des RSA im Interesse eines funktionalen Krankenkassenwettbewerbs zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung steht dauerhaft auf der Forschungsagenda des WIdO.
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Tel. 030/34646-2126
sabine.schulze(at)wido.bv.aok.de
Prof. Dr. Klaus Jacobs
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