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Wissenschaftliches Institut der AOK


Jeder vierte Junge zur Einschulung in Sprachtherapie

19.12.12

 

Berlin. Bei vielen Kindern wird der Schuleintritt therapeutisch begleitet: So erhielt jeder fünfte AOK-versicherte fünfjährige Junge und jeder vierte Sechsjährige 2011 eine Sprachtherapie. Von den AOK-versicherten fünfjährigen Mädchen erhielten 13,2 Prozent eine sprachtherapeutische Maßnahme, bei den sechsjährigen Mädchen lag der Anteil bei 16,8 Prozent. Das beschreibt der aktuelle Heilmittelbericht 2012 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Damit wird in dieser Altersgruppe häufiger als in allen anderen eine Sprachtherapie verordnet“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer.

 

Der Heilmittelbericht 2012 analysiert die 34,6 Millionen Heilmittelrezepte, die 2011 für die 70 Millionen GKV-Versicherten ausgestellt wurden. Danach wurden von den rund 139.500 Vertragsärzten insgesamt fast 41,5 Millionen Leistungen aus Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und Sprachtherapie an GKV-Versicherte verordnet. Knapp 274 Millionen einzelne Sitzungen wurden damit von den gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen – mit Gesamtkosten von 4,85 Milliarden Euro. „Rein rechnerisch bedeutet das fast 4 Behandlungen im Gegenwert von 70 Euro für jeden der 70 Millionen gesetzlich Versicherten“, erläuterte Helmut Schröder. Für die 4,6 Millionen AOK-Versicherten, die 2011 eine Therapie erhalten haben, werden im Heilmittelreport zusätzlich die Diagnosen und patientenbezogenen Kennzahlen ausgewertet.

 

Ergotherapie und Sprachtherapie für den Übergang vom Kindergarten in die Schule

Dabei zeigte sich wie schon in den Vorjahren, dass Ergotherapie und Sprachtherapie vor allem rund um den Schuleintritt verordnet werden. Im vergangenen Jahr haben etwa 25 Prozent der AOK-versicherten sechsjährigen Jungen und fast 17 Prozent der gleichaltrigen Mädchen eine sprachtherapeutische Maßnahme erhalten, um Störungen der normalen Sprech- und Sprachentwicklung entgegenzuwirken. Bei den fünf- bis neunjährigen AOK-Versicherten benötigten gut 136.000 im Jahr 2011 vorübergehend eine sprachtherapeutische Maßnahme. Insgesamt erhielten rund 191.000 AOK-versicherte Kinder bis einschließlich 14 Jahre eine sprachtherapeutische Verordnung. Sie nahmen damit 70 Prozent der gesamten Sprachtherapien zu Lasten der AOK in Anspruch. Der Umsatz für die Versorgung der gesamten GKV-Versicherten mit sprachtherapeutischen Behandlungen hatte einen Anteil an den Heilmittelausgaben von 11 Prozent und betrug 536 Millionen Euro.

 

Auch die ergotherapeutischen Maßnahmen zu Lasten der AOK wurden 2011 vor allem von Jungen im Alter von sechs Jahren (13,5 Prozent) sowie von Mädchen im Alter von sieben Jahren (5,5 Prozent) in Anspruch genommen. Insgesamt haben 122.000 AOK-versicherte Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre eine Ergotherapie erhalten. Sie stellten damit 46,5 Prozent aller AOK-versicherten ergotherapeutischen Patienten. 70 Prozent Jungen dieser Patientengruppe waren Jungen. Im Gegensatz zur Sprachtherapie, die 2011 noch einen Zuwachs bei den Kindern verzeichnen konnte, blieb das Niveau der ergotherapeutischen Versorgung für Kinder und Jugendliche konstant. Insgesamt kostete die ergotherapeutische Versorgung der GKV-Versicherten 679 Millionen Euro. Damit betrug der Anteil der Ergotherapie 14 Prozent des Gesamtvolumens der GKV-Heilmitteltherapien.

 

Aktivierende Maßnahmen in der Physiotherapie nehmen zu

Wirbelsäulenerkrankungen mit Gelenkfunktions- und Muskelspannungsstörungen waren die häufigste Diagnose, die Heilmittelpatienten 2011 in die Praxen führten. Mit einem Anteil von 45 Prozent ist Krankengymnastik die am häufigsten eingesetzte Behandlungsart bei dieser Diagnose. Massagen waren lange Zeit die zweitstärkste Anwendung in der Physiotherapie. Ihr Anteil sank im letzten Jahr weiter zugunsten von Krankengymnastik. Insgesamt wurden 35,6 Millionen Leistungen aus dem Maßnahmenkatalog der Physikalischen Therapie und Physiotherapie von gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen (AOK: 12 Millionen dieser Leistungen). Dies entspricht rund 234 Millionen einzelnen physiotherapeutischen Sitzungen mit einem Gegenwert von 3,5 Milliarden Euro. Knapp zwei Drittel der Patienten sind Frauen. Die meisten Verordnungen erhielten die weiblichen AOK-Versicherten in der Altersgruppe 70 bis 79 Jahre: Rechnerisch wurde jede Frau in diesem Alter mit mindestens einer Leistung versorgt.


Der jährliche Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) analysiert die Heilmittelverordnungen der GKV mit Facharzt- und Regionalbezug und zeigt dabei Trends der Inanspruchnahme durch die Versicherten auf. Die Ergebnisse sind Grundlage für Gespräche und Verhandlungen mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen über eine wirtschaftliche und dabei qualitativ hochwertige Heilmittelversorgung.

 

 

 

Pressemitteilung mit Abbildungen downloaden >>>

 

Mehr Infos unter: wido.de/heilmittel_2012.htm

 

Pressekontakt:

Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)

Andrea Waltersbacher

Tel.: 030/34646-2393

Fax.: 030/34646-2144

E-Mail: heilmittel(at)wido.bv.aok.de

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