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Wissenschaftliches Institut der AOK


Kapitel 10 – Pflege-Report 2016 – Abstract

                 

 

In den letzten Jahren hat sich „Case Management“ als Leitformel für mehr Patientenorientierung etabliert. In zahlreichen Projekten wurden vielfältige Varianten einer stärker nutzerorientierten Sorgearbeit erprobt. Exemplarisch stehen dafür Gesundheitshelfer/innen, Schlaganfall-Lots/innen, Demenzbegleiter/innen, Alltagsbegleiter/innen, Seniorenbetreuer/innen, Entlassmanager/innen, Betreuungskräfte, Versorgungsassistent/innen u. a. m. Bei wachsender Vielfalt fehlen dennoch Kümmerer und Fachkräfte vor Ort. Und mit der Vielfalt steigt die Unübersichtlichkeit: Wer hat welche Zuständigkeit? Wer übernimmt welche Aufgaben, und wer koordiniert die Versorgung? Sorgearbeit wird auch zum Wettbewerbsfaktor personenbezogener Dienstleistung. Insbesondere in der Versorgungsforschung wird nach wie vor auf die Notwendigkeit ganzheitlicher Aufgabenzuschnitte für den Professionalisierungs- und Aufwertungsprozess, insbesondere in der Pflege, hingewiesen. Faktisch deuten aktuelle Entwicklungen darauf hin, dass – so die These des Beitrags – anstelle einer sachlich notwendigen und sozial wünschenswerten Integration zuwendungsorientierter Aufgaben in bestehende und etablierte Berufsbilder die Lösung von Versorgungsproblemen in zum Teil beruflich formalisierte Spezialzuständigkeiten verlagert werden. Am Rande der Pflegearbeit entwickeln sich neue Formen der Sorgearbeit vor Ort. Hier gilt es in den kommenden Jahren zu beobachten, wie sich Strategien der Arbeitsmarktintegration (z. B. durch schnellere und niedrigschwellige Einstiege in das Berufsfeld Gesundheit und Pflege) zum berufspolitischen Anspruch auf ganzheitliche Aufgabenzuschnitte und zu einer berufsimmanenten Stärkung der Nutzer- und Patientenorientierung verhalten.

Ansprechpartner

Antje Schwinger

Tel. 030/34646-3604

Antje.Schwinger(at)wido.bv.aok.de

 

Susanne Sollmann

Tel. 030/34646-2118

Susanne.Sollmann(at)wido.bv.aok.de