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Wissenschaftliches Institut der AOK


Arzneiverordnungs-Report 2013 - Arzneimittelverbrauch in Deutschland

12.09.13

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Die Ursachen belegt der neue Arzneiverordnungs-Report. Die gesetzlichen Sparmaßnahmen seit August 2010 (16-Prozent-Herstellerabschlag für Nicht-Festbetragsarzneimittel sowie Preismorato­rium bis Ende 2013) haben 2011 zu einem Ausgabenrückgang für Arzneimittel beigetragen. Im Jahr 2012 hat dieser Einmaleffekt keine kostendämpfende Wirkung mehr gezeigt. Der Umsatz patentgeschützter Arzneimittel belegt mit 13,4 Mrd. Euro weiterhin ein hohes Niveau. Davon entfallen 2,3 Mrd. Euro auf Analogpräparate ohne Zusatznutzen. Hier setzt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz an. Nach einer frühen Nutzenbewertung wird für neue Arzneimittel mit Markteintritt ab 2011 ohne belegten Zusatznutzen sichergestellt, dass diese nicht teurer sind als die Standardtherapie. Für Arzneimittel mit erwiesenem Zusatznutzen wird der Erstattungspreis zwischen Hersteller und GKV-Spitzenverband verhandelt.

 

Bis Mitte Juni 2013 wurde der therapeutische Nutzen für 45 unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen bewertet. Bei mehr als der Hälfte der Indikationen war kein Zusatznutzen erkennbar, nur bei rund 10 Prozent wurde ein beträchtlicher Zusatznutzen nachgewiesen. Auch wenn der strategische Ansatz der Nutzenbewertung helfen wird, Arzneimittel entsprechend ihres Nutzens zu vergüten, sind die kurzfristigen finanziellen Wirkungen überschaubar: Bei den 17 Arzneimitteln, bei denen in 2012 ein Erstattungsbetrag festgesetzt wurde, konnten 25,1 Mio. Euro an Einsparungen erzielt werden. Da sich neue Arzneimittel nach Markteintritt am Anfang ihres Lebenszyklus befinden und eine langsam anflutende Marktrelevanz erreicht wird, werden erst mit zunehmender Marktdurchdringung relevantere Einsparungen ermöglicht: Für die 33 in den Jahren 2011 und 2012 eingeführten neuen Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen werden 2014 bereits Einsparungen in Höhe von 121 Mio. Euro erwartet. Mit der frühen Nutzenbewertung können kurzfristig nur dann höhere Einsparungen erzielt werden, wenn zusätzlich der Bestandsmarkt, also die patentgeschützten Arzneimittel mit Markteintritt vor 2011, in die frühe Nutzenbewertung einbezogen wird. Erste Schritte zu deren Bewertung wurden bereits unternommen, mit der Wirksamkeit von Erstattungsbeträgen für Bestandsmarktarzneimittel ist jedoch erst ab April 2014 zu rechnen. Für das Jahr 2014 summieren sich diese auf ca. 150 Mio. Euro. Damit erreichen die zu erwartenden gesamten finanziellen Entlastungen aus der Nutzenbewertung in 2014 einen Wert von ca. 270 Mio. Euro.

 

Im jährlich erscheinenden Standardwerk kommentieren erneut zahlreiche Experten aus Pharmakologie, Medizin und Ökonomie das ärztliche Verordnungsverhalten des letzten Jahres. Neben der Darstellung von Verordnungstrends zeigen die Autoren ebenfalls, dass eine qualitativ hochwertige Therapie wirtschaftlicher erbracht werden könnte und wo Ansatzpunkte hierfür bestehen. Als Schwerpunkt bietet der aktuelle Arzneiverordnungs-Report ein Sonderkapitel zu Rezepturarzneimitteln. Der GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) stellt die Verordnungs- und Klassifikationsdaten zur Verfügung und ist mit eigenen Beiträgen vertreten.

 

Inhalte des Arzneiverordnungs-Reports sind:

• Allgemeine Verordnungs- und Marktentwicklung

• Neue Wirkstoffe

• Sonderkapitel zu Rezepturarzneimittel

• Indikationsgruppenbezogene Besprechungen

• Zahnärztliche Verordnungen

• Arztgruppenanalysen

• Alters- und Geschlechtsgruppenanalysen

• Methodisch-statistischer Anhang

 

Ulrich Schwabe; Dieter Paffrath (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2013. Aktuelle Daten, Kosten, Trends und Kommentare. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2013. 1.155 Seiten mit 84 Abbildungen. Ladenpreis € 49,99; ISBN: 978-3-642-37123-3.

 

Weitere Informationen mit digitaler Pressemappe der Pressekonferenz  unter: wido.de/arzneiverordnungs-rep.html

 

 

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wido(at)wido.bv.aok.de