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Wissenschaftliches Institut der AOK


GGW 2/13 erschienen

17.04.13

Ambulante Vergütung

Eine medizinische Versorgung, die dem Bedarf entspricht, dem Patienten nutzt, seine Gesundheit oder Lebensqualität verbessert und ihm nicht schadet – eine solche Versorgung ist leistungsgerecht zu honorieren. Darüber dürfte Konsens bestehen. Ein Vergütungssystem, das diese Forderungen zuverlässig erfüllt, ist aber noch nicht gefunden. Welche Vergütungsform(en) also setzen die Anreize so, dass die richtige und weder zu viel noch zu wenig Medizin gemacht wird? Gleicht die Beantwortung dieser Frage der Suche nach dem Stein der Weisen?

 

Vor einigen Jahren tauchte das Zauberwort Pay-for-Performance (P4P) auf. Der Gedanke, die Vergütung direkt an die Qualität der erbrachten Leistungen zu binden, klang bestechend.  Volker Amelung, Sören Jensen, Christian Krauth und Sascha Wolf weisen allerdings darauf hin, dass P4P auch Risiken birgt. Der wichtigste Vorteil aus Sicht der Autoren sei, dass P4P die Akteure dazu zwinge, sich über Qualitätsziele zu verständigen.

 

Das Gegenteil von P4P ist sozusagen die Capitation. Zu dieser pauschalierten Vergütung liegen aus der Schweiz langjährige Erfahrungen aus Managed-Care-Modellen vor. Die Vergütung über Capitation führte dort zu geringeren Kosten und besserer Qualität. Warum die neuen Verträge dennoch wieder zur Einzelleistungsvergütung übergehen, erklärt Konstantin Beck.

 

Das derzeitige duale Krankenversicherungssystem mit je eigener ambulanter Gebührenordnung von PKV und GKV eigne sich ebenfalls nicht, die richtigen Anreize für eine effektive und effiziente medizinische Versorgung zu setzen und gleichzeitig leistungsgerecht zu honorieren. Eine Kombination von P4P und morbiditätsbasierten Pauschalen innerhalb eines einheitlichen ambulanten Vergütungssystems soll die Problematik beheben können, meint Anke Walendzik. Vielleicht sind wir dem Fundort des Stein der Weisen damit ja ein Stück näher gekommen.

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