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Wissenschaftliches Institut der AOK


Inhalt Ausgabe 1/2006 (Mai) 3. Jahrgang

Arzneimittelmarkt: Selbstmedikation nimmt zu

Die Bedeutung des Selbstmedikationsmarktes wächst. Jeder zweite Versicherte (50,1 %) hat im Verlauf eines Quartals Selbstmedikations-Arzneimittel gekauft. Diese Präparate werden häufig parallel zu ärztlich verschriebenen Arzneimitteln angewandt. Zu den in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchschnittlich acht vom Arzt verordneten Arzneimitteln je Versicherter und Jahr kommen im Schnitt sechs eigeninitiativ gekaufte Präparate hinzu. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 3.000 GKV-Versicherten.

 

Beim Umfang der Selbstmedikation zeigen sich zum Teil deutliche soziodemografische Unterschiede: Frauen greifen durchgängig stärker zur Selbstmedikation (57,6 %) als Männer (40,5 %). Mit dem Einkommen und der Schulbildung der Versicherten steigt die Eigenmedikation ebenfalls. Die Indikationsschwerpunkte liegen in den Bereichen Erkältungskrankheiten und Schmerzen - Vitamine, Mineralstoffe und Stärkungsmittel bilden einen weiteren Schwerpunkt bei der Selbstmedikation. Die Hauptbezugsquelle ist nach wie vor die Apotheke. Trotz Aufhebung der Preisbindung für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel nimmt der Versicherte, der in der Apotheke kauft, kaum Preisvergleiche vor

 

Die umfangreiche zusätzliche Selbstmedikation ambulant behandelter Patienten mit Verordnungsmedikation, die zudem mit der Krankheitsschwere nochmals ansteigt, wirft kritische Fragen nach der ausreichenden Abstimmung der Gesamtmedikation auf, wenn der Arzt davon nichts weiß.

 

Ansprechpartner

Klaus Zok  

Tel. 030/34646-2134  

klaus.zok(at)wido.bv.aok.de

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