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Wissenschaftliches Institut der AOK


Kapitel 10 – Versorgungs-Report 2015/2016 – Abstract

                 

               

Die Appendektomie gehört zu den 50 am häufigsten durchgeführten vollstationären Eingriffen in Deutschland. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Appendektomie sogar die häufigste abdominelle Notfallprozedur. Im ersten Teil dieses Beitrages werden bundesweite Fallzahlen von Patienten mit Appendektomie berichtet und hinsichtlich des Behandlungsanlasses, -verfahrens und -ortes untersucht. Alle Ergebnisse basieren auf Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten mit Appendektomie im Jahr 2012 (38 186 Patienten) und wurden auf die Bundesbevölkerung hochgerechnet. Die mittlere Behandlungsrate beträgt 14,7 Operationen pro 10 000 Personen, wobei die höchste Behandlungsrate, mit über 50 Eingriffen pro 10 000 Personen, in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren vorliegt. Zusätzlich wird die Entwicklung der Behandlungsrate und des Operationsverfahrens über die Jahre 2006 bis 2012 untersucht. Die Behandlungsrate sank im angegebenen Zeitraum insgesamt um 11,6 %. Bei Kindern unter 12 Jahre ist ein stärkerer Rückgang zu beobachten (21,0 %–33,3 %). In Hinblick auf das Operationsverfahren hat in den letzten sieben Jahren der Anteil an laparoskopische Eingriffen von 53,5 % auf 81,6 % stark zugenommen. Im zweiten Teil dieses Beitrags wird das Komplikationsrisiko bei Appendektomie untersucht. Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat im Rahmen des QSR-Verfahrens Indikatoren entwickelt, anhand derer die Ergebnisqualität bei Appendektomie in Hinblick auf ungeplante Folgeeingriffe, allgemeinchirurgische Komplikationen sowie Sterblichkeit abgebildet wird. Im Jahr 2012 betrug die Rate an ungeplanten Folgeeingriffen innerhalb von 90 Tagen 3,5 %, die Rate an allgemeinchirurgischen Komplikationen innerhalb von 90 Tage 3,9 % und die Sterblichkeit innerhalb von 90 Tagen 0,3 %. Dabei sind in Hinblick auf das Operationsverfahren die Komplikationsraten bei offen chirurgischen Eingriffen deutlich höher als bei laparoskopisch durchgeführten Eingriffen (ungeplante Folgeeingriffe: 6,8 % vs. 2,6 %; allgemeinchirurgische Komplikationen: 9,5 % vs. 2,5 %; Sterblichkeit: 1,1 % vs. 0,1 %).

Ansprechpartner

Christian Günster

Tel. 030/34646-2128

christian.guenster(at)wido.bv.aok.de

 

Bettina Gerste

Tel. 030/34646-2119

bettina.gerste(at)wido.bv.aok.de