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Wissenschaftliches Institut der AOK


Kapitel 15 – Versorgungs-Report 2015/2016 – Abstract

                 

               

Aus den anonymisierten Abrechnungsdaten aller AOK-Versicherten wurden die administrativen Prävalenz- und Inzidenzraten unipolarer Depressionen bzw. depressiver Episoden für 2010 und 2012 ermittelt und alters- und geschlechtsstandardisiert auf die Wohnbevölkerung von Deutschland hochgerechnet. Die Inzidenzrate depressiver Erkrankungen lag 2012 bei 1,14 % und war damit im Vergleich zu 2010 (1,16 %) weitgehend unverändert. Die Prävalenz unipolarer Depressionen ist seit 2010 weiter gestiegen und erreichte im Jahr 2012 einen Wert von 12,0 %. Die stärkste Zunahme der administrativen Prävalenz und Inzidenz fand sich bei den leichten Depressionen. Unipolare Depressionen wurden bei Frauen weiterhin etwa doppelt so häufig wie bei Männern kodiert, aber im Zeitverlauf (2010 bis 2012) nahm die Depressionsprävalenz bei den Männern stärker zu als bei den Frauen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Awareness von Ärzten und Patienten für depressive Symptome weiter gewachsen ist und depressive Verstimmungen nun auch bei Männern zunehmend besser diagnostiziert werden.

 

Der Anteil unspezifischer Depressionsdiagnosen ging von 2010 bis 2012 leicht zurück. Das deutet darauf hin, dass sich Ärzte und Psychotherapeuten zunehmend um eine spezifische Kodierung der Depressionsschwere bemüht haben. Unter den spezifischen Depressionsdiagnosen wurden mittelgradige Episoden am häufigsten dokumentiert, gefolgt von schweren Episoden. Die Depressionsprävalenz war in den neuen Bundesländern niedriger als in den alten Bundesländern und den Stadtstaaten. Künftige Studien sollten genauer analysieren, warum die Depressionsprävalenz in routinedatenbasierten Analysen mittlerweile deutlich höher ist als die in repräsentativen Bevölkerungsbefragungen mit standardisierten Diagnosekriterien ermittelte Prävalenz.

Ansprechpartner

Christian Günster

Tel. 030/34646-2128

christian.guenster(at)wido.bv.aok.de

 

Bettina Gerste

Tel. 030/34646-2119

bettina.gerste(at)wido.bv.aok.de

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