Newsletter TrumpRx  
 
Neues aus der Forschung für die Praxis
 
###eigene_anrede###,

mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die Veröffentlichung eines neuen WIdO e-Papers informieren, in dem die von der amerikanischen Regierung veröffentlichten Arzneimittelpreise mit denen des deutschen Marktes verglichen werden.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre. 

Ihr WIdO-Team

 
   
 
Arzneimittelmarkt
 
   

TrumpRx auf dem Prüfstand

Die amerikanische Regierung wirbt mit „den niedrigsten Medikamentenpreisen weltweit“. Seit Februar 2026 sind diese Preise über die Online-Plattform TrumpRx (www.trumprx.gov) öffentlich einsehbar.

Das Angebot der TrumpRx-Webseite richtet sich strukturell primär an Unversicherte, Unterversicherte oder Versicherte, die für einzelne Arzneimittelverordnungen bewusst auf eine Versicherungsabrechnung verzichten und als Selbstzahler auftreten. Rund 7,9 Prozent der US-Bevölkerung sind unversichert. Unter Berücksichtigung der tatsächlichen Arzneimittelnutzung und kostenbedingter Unterversorgung ergibt sich eine potenzielle Zielgruppe von nur wenigen Millionen Menschen.

Im Rahmen einer Schnellbewertung hat das WIdO einen Preisvergleich, auf Basis der Mitte Februar 2026 gelisteten 151 US-Arzneimittel durchgeführt: Mit dem deutschen Markt ergab für 89 Präparate vergleichbare Produkte, darunter 27 exakte Entsprechungen. Auf Packungspreisebene zeigte sich ein gemischtes Bild: 45 Arzneimittel waren in den USA teurer (bis zu 3.447,85 Euro Differenz), während 44 in Deutschland höhere Preise aufwiesen (bis zu 1.058,36 Euro Differenz).

Das Ergebnis ist eindeutig: Nur etwa die Hälfte der gelisteten Arzneimittel entspricht dem Anspruch, im internationalen Vergleich die niedrigsten Preise zu bieten. Insgesamt zeigt sich kein systematischer Preisvorteil. Gleichzeitig ist damit kein flächendeckender Preiseffekt verbunden, sondern ein Nischenangebot für Selbstzahler.

Damit bietet die Webseite TrumpRx keine belastbaren Daten weder über die realen Preise, die von der amerikanischen Bevölkerung gezahlt werden müssen, noch über Absatzvolumina und Forschungs- und Entwicklungskosten. Wie im Ende 2025 erschienenen Arzneimittel-Kompass 2025 mit dem Schwerpunkt „Die Preisfrage: Wege zu fairen Lösungen“, von einer Vielzahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschrieben, ist die Transparenz über die nationalen Preise mit Abgabemengen sowie die Forschungs- und Entwicklungskosten, die von öffentlicher Hand und der pharmazeutischen Industrie aufgewendet werden, für die Bestimmung von fairen Arzneimittelpreisen notwendig.

Ein gemeinsames Rechercheteam von Süddeutscher Zeitung, NDR, WDR und New York Times hat diese Ergebnisse für eine Berichterstattung am heutigen Tage genutzt. Die vollständige Analyse des WIdO steht Ihnen als frei verfügbares e-Paper auf der Website des WIdO zum Download bereit.

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