Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz
Soziale Lage prägt Herzgesundheit: Herzinsuffizienz in Deutschland ungleich verteilt

Mehr als 3 Millionen Menschen waren im Jahr 2024 bundesweit von einer Herzinsuffizienz betroffen. Menschen in den sozioökonomisch am stärksten benachteiligten Regionen Deutschlands sind deutlich häufiger von einer Herzinsuffizienz betroffen als Menschen in Regionen mit günstigen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In den besonders benachteiligten Regionen sind 6,8 Prozent von Herzinsuffizienz betroffen, in den materiell besser gestellten Regionen hingegen nur lediglich 4,4 Prozent. Auch nach Berücksichtigung von Alters- und Geschlechtsunterschieden bleibt dieser Zusammenhang weitgehend bestehen.
Die Herzinsuffizienz, umgangssprachlich als Herzschwäche bezeichnet, stellt eines der häufigsten Gesundheitsprobleme des Herz-Kreislauf-Systems dar. Sie tritt als Folge anderer Krankheiten auf, zu denen insbesondere die Koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck zählen.
Die Herzinsuffizienz geht mit einer hohen Sterblichkeit einher und wurde im Jahr 2024 bei fast 4 Prozent aller Todesfälle in Deutschland dokumentiert. Zudem ist laut Krankheitskostenstatistik des Statistischen Bundesamtes die Herzinsuffizienz mit Krankheitskosten von 9,2 Milliarden Euro für knapp 2 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland verantwortlich. Die Kosten entstehen vor allem durch Krankenhausaufenthalte und steigen mit dem Schweregrad an.
Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Entwicklung kardiovaskulärer Krankheiten und in deren Folge eine Herzinsuffizienz begünstigen. Dazu zählen neben Rauchen, Bluthochdruck (Hypertonie), Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), starkes Übergewicht (Adipositas), Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) und Lebensstilfaktoren (Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung). Die Prävention des Tabakrauchens kann daher zur Vermeidung zukünftiger Erkrankungen beitragen. Außerdem kann mit einer gesunden Ernährung und ausreichend körperlicher Aktivität sowie einer guten Behandlung von Bluthochdruck das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden.
Ergänzend zum Gesundheitsatlas Deutschland gibt es auch regionale Berichte für die Bundesländer bzw. für die KV-Regionen Nordrhein und Westfalen-Lippe.
Bei Interesse am Gesundheitsatlas für Ihre Region besuchen Sie www.gesundheitsatlas-deutschland.de oder wenden sich bitte an die Pressestelle der jeweils zuständigen AOK.