WIdO – Wissenschaftliches Institut der AOK
Innovation, Transparenz und Praxisrelevanz sind Kernelemente im Leitbild des WIdO, das seit 1976 an zentralen Fragestellungen des Systems der Gesundheitsversorgung und seiner Finanzierung arbeitet.
Fehlzeiten-Bilanz 2025: Leichter Rückgang der Krankheitstage, weiterhin hohe Ausfallzeiten wegen Langzeiterkrankungen
Im Jahr 2025 sind die bei der AOK versicherten Beschäftigten im Durchschnitt 23,3 Tage krankheitsbedingt ausgefallen. Damit liegen die Fehlzeiten leicht unter dem Niveau des Vorjahres mit 23,9 Krankheitstagen und etwa einen Tag unter dem bisherigen historischen Höchststand von 2022 mit 24,5 Tagen. Die Analyse des WIdO zeigt, dass das hohe Niveau der Fehlzeiten seit 2022 in erster Linie durch einen statistischen Effekt infolge der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) zu erklären ist. Die eAU hat dazu geführt, dass insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst worden sind.
In einer Modellrechnung zeigt das WIdO, dass bei einer Fortschreibung der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) aus den Jahren 2016 bis 2019 ein deutlich geringerer Anstieg der Fehlzeiten zu erwarten gewesen wäre, als im Jahr 2025 gemessen worden ist. Nach dieser Modellierung wurden für das Jahr 2025 20,8 Fehltage ermittelt, was mehr als 10 Prozent beziehungsweise 2,5 AU-Tage unter dem tatsächlichen Wert liegt. „Die Einführung der elektronischen Krankschreibung im Jahr 2022 hat bei den beruflichen Fehlzeiten zu einer bemerkenswerten Niveau-Verschiebung nach oben geführt“, betont WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Die aktuelle WIdO-Analyse zeigt, dass der Grund dafür vor allem ein sprunghafter Anstieg von AU-Meldungen wegen kurzzeitiger Erkrankungen ist. So wurden seit 2022 deutlich mehr AU-Tage aufgrund von Erkrankungen bis 14 Tage verzeichnet: Während 2016 noch 6,7 AU-Tage auf diese kurzen Erkrankungen zurückzuführen waren, waren es 2022 10,1 und 2025 durchschnittlich 9,1 Tage. Bei längeren Erkrankungen von mehr als sechs Wochen waren im ausgewerteten Zeitraum dagegen keine vergleichbaren Verschiebungen zu beobachten.









