Kinder in Heilmitteltherapie

Heilmitteltherapien unterstützen die körperliche und seelische Entwicklung

Kinder sind eine besondere Patientengruppe, da sie nicht nur nach Unfällen oder Erkrankungen eine Heilmittelbehandlung verordnet bekommen. Viel häufiger erhalten sie eine Heilmitteltherapie, um Störungen ihrer natürlichen körperlichen und seelischen Entwicklung zu behandeln.

Die durchschnittliche Patientenrate im Jahr 2017 von 114 Heilmittelpatienten je 1.000 AOK-versicherte Kinder zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede: 133 Jungen und 94 Mädchen je 1.000 Versicherte wurden therapiert.

Knapp 218.000 Kinder und damit mehr als die Hälfte (54,7 Prozent) der Kinder mit Heilmitteltherapie waren aufgrund von Entwicklungsstörungen (ICD-F80–F89) in Behandlung. Innerhalb dieser Diagnosegruppe waren wiederum Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache (ICD-F80) der häufigste Behandlungsanlass: Bei 39,4 Prozent aller Heilmittelpatienten bis 14 Jahre wurden Sprachentwicklungsstörungen therapiert.

Für rund 41.800 Kinder und damit 10,5 Prozent der kindlichen Heilmittelpatienten waren psychische und Verhaltensstörungen (ICD-F90–F98) für die Verordnung ausschlaggebend. Rund die Hälfte dieser Patienten wurden aufgrund von Hyperkinetischen Störungen (ICD-F90) therapeutisch mit Heilmitteln begleitet.

Die häufigsten Maßnahmen, die Kindern bis 14 Jahre verordnet wurden, waren sprachtherapeutische Behandlungen (ohne Erstuntersuchung) mit einem Anteil von 38,4 Prozent an allen Leistungen, gefolgt von ergotherapeutischen Maßnahmen (ohne Erstuntersuchung) mit einem Anteil an allen Leistungen von 21,5 Prozent. Mehr als zehn Prozent aller Leistungen für Kinder bis einschließlich 14 Jahre waren jeweils die normale Krankengymnastik beziehungsweise Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis.

Über die Kennzahlen zu Diagnosen, geschlechtsspezifischen Unterschieden, regionalen Variationen und bereichsspezifischen Maßnahmen der Heilmittelversorgung informiert der jährlich aktualisierte Heilmittelbericht des WIdO.

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